03.04.2022 19:00 |

Durch Ukraine-Krieg

Preisexplosion auch bei Möbel und Elektrogeräten

In allen Handelsbranchen stiegen die Preise aufgrund der Pandemie. Wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine stehen derzeit steigende Energiekosten im Fokus. Der Krieg führt aber auch zu Preisexplosionen in anderen Sektoren.

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„Wir beobachten in den vergangenen Wochen enorme Steigerungen bei den Preisen“, sagt Roman Eberharter, Gremialobmann-Stellvertreter für den Elektro- und Einrichtungsfachhandel in der Tiroler Wirtschaftskammer, im Gespräch mit der „Tiroler Krone“. Sowohl Russland, die Ukraine als auch Weißrussland seien wichtige Lieferanten im Holz- aber auch Stoffbereich. Beides wird freilich für die Produktion von Möbeln benötigt.

Preissteigerungen liegen bei 30 bis 40 Prozent
Auch Aluminium aus Russland ist derzeit nicht verfügbar. „Durch die für chinesische Verhältnisse angespannte Covid-Situation in Kombination mit den langen Seefrachtwegen ist China ebenfalls derzeit kaum eine Ersatzoption“, beklagt Eberharter weiter.

Die Preise auf diverse Möbelstücke bzw. Elektrogeräte seien zwischen 30 und 40 Prozent gestiegen, liefert der Gremialobmann auch Zahlen. Bei Bettwaren seien es rund 20 Prozent. „Wir erwarten noch weitere Steigerungen, da die Rohstoffe zur Möbelerzeugung um bis zu 45 Prozent teurer geworden sind“, bedauert Eberharter. Betroffen davon ist auch der Wohn- bzw. Hausbau.

Denn wegen des Mangels bei Holzlieferungen verzögert sich auch die Lieferung und Montage von Parkettböden. Problematisch ist das nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Hersteller. „Sie können nicht jede Preissteigerung an den Handel weitergeben und bleiben somit auf den Kosten sitzen“, verdeutlicht Eberharter das Dilemma.

Zwölf Wochen für Couch, sechs Monate für Küche
Überaus düster sieht es derzeit auch bei den Lieferzeiten aus. „Für eine Couch wartet man derzeit zwölf statt acht Wochen, auf eine Küche wegen Verzögerungen bei Herden und Geschirrspülern bis zu sechs Monate“, so Eberharter.

Geschuldet ist das auch einem Mangel an Lkw-Fahrern. Viele von ihnen stammen aus der Ukraine und müssen kämpfen. Abschließend betont der Gremialobmann, dass die stationären Händler für die „Kunden im Zuge eines Beratungsgesprächs bestmöglich nach Alternativen und Lösungen suchen“.

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