Hartberg-Volleyballer

Fedorenko: „Ich bete täglich für die Ukraine“

Steiermark
23.03.2022 07:00

Volleyballer Dmytro Fedorenko ist in Hartberg vor dem Krieg sicher. Doch das große Leid in seiner Heimat und die Angst um seine Eltern bereiten ihm Sorgen. Der Sport gibt dem 30-Jährigen in den schweren Zeiten Kraft. Die „Krone“ traf den Ukrainer zum Interview...

Der 24. Februar änderte das Leben von Dmytro Fedorenko. Der ukrainische Volleyballer bekam einen Anruf seiner Eltern aus der Heimatstadt Kiew. „Der Krieg ist hier“, sagte seine Mutter. „Das werde ich nie vergessen.“ Schon die Monate davor gab es immer wieder Gerüchte von einem Angriff der Russen. „Aber, dass er tatsächlich passiert, hätte niemand gedacht“, sagt der 30-Jährige, der im Jänner aus der Slowakei nach Hartberg in die Bundesliga gewechselt war. „Wäre ich zuhause, wäre die Situation eine ganz andere.“

Seine Eltern sind aktuell noch immer in der Nähe von Kiew, kommen nicht aus dem Land. „Meine Mutter kocht für die Soldaten. Mein Vater hilft, wo er kann. Und viele meiner alten Freunde bereiten sich auf Kriegshandlungen vor. Es gibt teilweise kein Wasser oder keinen Strom. Zwei Tage hatten meine Eltern und meine Schwester in der Ukraine kein Handysignal – ich wusste nicht, wie es ihnen geht. Das war brutal.“ Seine Eltern erzählen von den Schüssen, die sie hören.

Volleyball lenkt ihn ab – so gut es eben geht. „Nur wenn ich Volleyball spiele, sind meine Gedanken nicht in der Ukraine. Ich bin sonst ständig am Handy, höre die Nachrichten. Der Krieg ist immer präsent.“

Sein Klub, der TSV Hartberg, versucht ihn bestmöglich zu unterstützen. „Er kann so lange bleiben, wie er möchte“, stärkt ihm Vereinsgeschäftsführer Markus Gaugl den Rücken. Wie Bürgermeister Marcus Martschitsch, der den Ukrainer im Lehrlingshaus in Hartberg, wo Dmytro aktuell wohnt, besuchte. „Wir werden auch eine weitere ukrainische Familie aufnehmen“, sagt Gaugl. „Die Töchter sind Volleyballerinnen, wollen bei uns spielen.“

Gefühl von Geborgenheit
Wie Fedorenko, der sich in der Oststeiermark geborgen fühlt und Top-Leistungen bringt. Der Klub steht nach einer Siegesserie vor dem Klassenerhalt. „Hartberg ist jetzt mein Zuhause.“ Auch wenn er seine Heimat, seine Familie und Freunde keine Sekunde vergisst: „Ich bete täglich für die Ukraine. Ich bete, dass der Krieg ein Ende findet.“

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