16.03.2022 16:00 |

In Innsbruck

Spritsparen in der Stadt: 30er und „Grüne Wellen“

Die Innsbrucker Grünen favorisieren Tempo 30 fast überall im Stadtgebiet, andere stehen auf der Bremse. Indes wurden „Grüne Wellen“ bei den Ampelschaltungen vor Jahren abgeschafft. 

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Die Innsbrucker Grünen lassen nicht locker: Sie wollen Tempo 30 vor allen Bildungseinrichtungen und auf allen Wohn- und Nebenstraßen umsetzen. Das Risiko für Fußgänger, bei einem Unfall ums Leben zu kommen, sei bei geringerem Tempo laut einer neuen Studie der OECD bis zu fünfmal geringer, erklärt Grün-Klubobfrau Janine Bex: „Genug geredet, jetzt ist es Zeit, zu handeln. Ich appelliere an die Volkspartei mit dem für Sicherheit zuständigen Vizebürgermeister Hannes Anzengruber und andere Fraktionen, die sich von einer kleinen, aber lauten Bleifuß-Fraktion davon abhalten lassen, das Richtige zu tun.“

„30er nur, wo nötig“
Mit Bleifuß-Fraktion meinen die Grünen in erster Linie das Team Gerecht. Dieses hatte erst vor Kurzem darauf verwiesen, dass Tempo 30 laut einer Studie der TU Wien umweltfeindlich sei. „Bereits 2014 wurde festgestellt, dass Tempo 30 keine sinnvolle Maßnahme zur Hebung der Luftqualität oder der Verbrauchersverringerung in Städten ist. Bauseitige Verkehrsberuhigungen erhöhen laut TU Wien sogar deutlich den Emissionsausstoß gegenüber Tempo 50 im Sinne von ,Schwellen machen Abgas‘“, sagt GR Gerald Depaoli. Es spreche nichts gegen sinnvolle und verkehrssicherheitstechnisch notwendige Tempo-30-Zonen, alle anderen seien zu vermeiden.

SPÖ stellte Antrag für 30er
Die SPÖ Innsbruck könnte jedenfalls mit den Grünen mitgehen: Sie hatte wiederholt eine – mit Ausnahme von Durchzugsstraßen – flächendeckende Tempo-30-Beschränkung im Stadtgebiet gefordert. Klubobmann Helmut Buchacher hofft deshalb darauf, dass sein jüngster Antrag dazu eine politische Mehrheit im Gemeinderat (24. März) findet: „Die Sicherheit sowie der Umwelt- und Klimaschutz spielen eine zentrale Rolle. Es ist endlich an der Zeit, nicht nur – wie die Grünen es ständig tun –, halbherzig zu taktieren, sondern konkrete Maßnahmen zu setzen!“

Auto in Innsbruck keine Priorität
Fürs Klima zuträglich wären vermutlich auch mehr „Grüne Wellen“ bei Ampeln und weniger Staus. Diese bzw. der Stop-and-Go-Verkehr treiben den Spritverbrauch in die Höhe und erhöhen den Schadstoffausstoß der Autos um ein Vielfaches. Doch leider wurden die „Grünen Wellen“ in Innsbruck schon vor Jahren abgeschafft, obwohl es mithilfe des millionenteuren Verkehrsrechners ein Leichtes wäre, entsprechende Schaltungen zumindest auf Ausfallstraßen zu Stoßzeiten zu realisieren. Insgesamt 139 signalgeregelte Kreuzungen gibt es in Innsbruck, die Kosten allein für die Wartung betragen 400.000 Euro jährlich. Dies ergab eine Anfrage an BM Georg Willi Ende des Vorjahres. In dieser stand auch klar: Der Individualverkehr steht in der Priorität der Verkehrsmittel ganz am Ende.

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