18.03.2022 08:00 |

Zum Jubiläum in Wien

Zehn Jahre: Wiener Blond feiern mit Live-Konzerten

Grooves, Loops, Elektronik, aber auch A-cappella, Theatralik und Ausflüge ins klassische Segment - in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens haben Verena Doublier und Sebastian Radon aka Wiener Blond beständig Grenzen durchbrochen und Wände eingerissen und sich damit über die Wiener Stadtgrenzen hinaus einen ehrfurchtsvollen Ruf erarbeitet. Wer wissen will, wie sich Wien anfühlt, der hört hier rein. Zum Jubiläum geht das Duo mit Band auf Tour und spielt unter anderem im Wiener Globe. Wir haben zur Feier des Tages kurz nachgefragt.

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„Krone“: Zehn Jahre Wiener Blond - was kommt euch bei diesem Jubiläum als erstes in den Sinn und wie würdet ihr dieses erste Lebensjahrzehnt der Band zusammenfassen?
Verena Doublier: Als erstes kommt einem natürlich in den Sinn, wie unsere Anfänge waren. Ein paar Songs, eine Loopstation und Vormittagsproben im Wohnzimmer. Wir haben ein Jahr lang Songs geschrieben und geprobt, bevor wir uns mit unserem ersten Programm auf die Bühne gestellt haben. Echte Streber waren wir. (lacht)
Sebastian Radon: Was für ein Ritt! Das schöne war bis jetzt: es ging immer sanft aber stetig bergauf und es gab keine großen Sprünge nach oben oder unten. Das kann ruhig so weiter gehen. Bis zum Gig in der Carnegie Hall. Vielleicht zum 40-jährigen Jubiläum?

Was bedeuten euch Jubiläen an sich?
Radon: Die von anderen empfinde ich immer als sehr feierlich. Die eigenen sind mir weniger wichtig — aber zehn Jahre Wiener Blond, da werde ich schon sehr festlich. Das kann uns niemand mehr wegnehmen.
Doublier: Man fühlt sich automatisch älter. (lacht) Aber allgemein bedeuten mir solche Dinge nicht viel. Vielerorts wird man ja eh so lange als „Newcomer“ und „junge Band“ bezeichnet, bis man einen Preis fürs Lebenswerk verliehen bekommt. Ich freu mich aber sehr, dass wir immer noch zusammen Musik machen und Lieder schreiben.

Hat sich das Wesen der Band über die Jahre verändert? Hat die Band für euch heute eine andere Bedeutung als 2012? Wie haben sich eure Leben durch Wiener Blond verändert und vice versa? 
Doublier: Ich finde, man kann vom ersten bis zum letzten Album sowohl einen roten Faden, als auch eine enorme musikalische Entwicklung hören. Zunächst waren wir eine A-cappella-Band, die ein bisschen Gitarre gespielt hat - und ein paar Jahre später stehen wir mit fünfköpfigem Klassikensemble auf der Bühne des Musikvereins. Klar ist aber natürlich auch: Wenn die Band zum Beruf wird, dann verändert sich naturgemäß einiges. Man muss sich plötzlich um sehr viele Dinge abseits des Kreativen kümmern und sich die Zeit ganz anders einteilen. Es war richtig ungewohnt, als wir uns mit Beginn des ersten Lockdowns plötzlich wieder nur um unsere Musik und die Arbeit am Album kümmern konnten.

„Bis in der Früh“, euer letztes Album aus 2020, war doch recht ungeplant ein schönes Statement gegen Pandemie und Krise. Wie habt ihr die beiden letzten Jahre überstanden und kam das Album doch zur falschen Zeit raus?
Radon: Der Schwung und die Perspektive der Albumproduktion war für unser Jahr 2020 sehr wichtig. Wir haben für „Bis in der Früh“ außerdem mit unglaublich liebenswerten Menschen zusammenarbeiten dürfen. 
Doublier: Für mich klingt das Album wie ein Echo aus einer Zeit vor Corona. Als viele Dinge uns noch ganz selbstverständlich vorkamen, die es mit einem Mal nicht mehr waren. Ich würde nicht so weit gehen und sagen, das Album sei ein Statement gegen etwas. Eher hat es für mich etwas von dieser leichtfüßigen Lebensfreude in die Lockdowns hineingerettet. Also auch wenn es aus wirtschaftlicher Sicht vielleicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt erschienen ist, war es doch ganz bestimmt die richtige Entscheidung, mit der Veröffentlichung nicht zu warten.

Jetzt sind zumindest wieder Live-Gigs möglich. Was darf man sich vom Auftritt am 24. März im Wiener Globe und auch bei den folgenden Events, die noch stattfinden werden, erwarten? 
Doublier: Wir haben die Release-Tour zum letzten Album gleich zwei mal verschoben und freuen uns umso mehr, dass wir endlich gemeinsam mit Band unser aktuelles Album präsentieren können - und ganz im Sinne des Band-Jubiläums spielen wir natürlich auch einige Wiener Blond-Klassiker aus dem letzten Jahrzehnt.

Welche Ziele verfolgt ihr mit Wiener Blond für die nähere Zukunft?
Radon: Wir arbeiten aktuell gerade an einem Wiener Blond-Liederbuch. Da konnten wir bis jetzt ganz zeitgemäß viel im Homeoffice arbeiten. Und es wird bestimmt auch neues Material mit Band — aber auch gemeinsam mit dem Original Wiener Salonensemble geben.

Wie hält man eine kreative Partnerschaft nach zehn Jahren frisch und wie hat sich eure Beziehung zueinander in dieser Zeit verändert?
Doublier: Wir haben sicherlich hunderte Konzerte zu zweit gespielt, fünf Länder bereist und auch abseits der Live-Auftritte und Studioarbeit sehr viel Zeit miteinander verbracht. Das schweißt natürlich enorm zusammen. Manchmal fangen wir in exakt dem gleichen Moment an, die gleiche Phrase zu singen. Ganz aus dem Nichts heraus. Das ist fast schon gruselig. (lacht) Wir haben aber auch relativ früh begonnen mit anderen Musikern zusammen zu arbeiten. So ist etwa unser Live-Album 2019 in Zusammenarbeit mit dem Original Wiener Salonensemble entstanden und für unser letztes Studioalbum haben wir neben dem Produzenten Albin Janoska auch erstmals mit Studiomusikern zusammengearbeitet. Jetzt mit Band auf Tour zu gehen ist ein lang gehegter Wunsch. Duo-Auftritte wird es aber weiterhin geben - „never change a winning team“ heißt es ja nicht umsonst.

Österreich-Tour zum Jubiläum
Unter www.oeticket.com gibt es die Tickets für die große Jubiläumsshow von „10 Jahre Wiener Blond“ im Globe. Eine spezielle Show mit allen Hits und einigen Überraschungen ist garantiert. Zudem spielt das Duo samt Band am 25. März im Grazer Orpheum und am 26. März im Kultur.Park in Traun.

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