21.02.2022 16:47 |

Hersteller-Probleme

Auch für Möbel müssen wir wohl bald mehr zahlen

Wer sich eine neue Küche, ein Sofa oder ein Bett kaufen will, der wird bald wohl tiefer in die Tasche greifen müssen. Die 17,5-Milliarden-Euro-Umsatz schwere deutschen Möbelhersteller machten am Montag klar, dass sie vom Handel mehr Geld haben wollen für ihre Ware. Grund sind deutlich höhere Kosten für Bauteile und Logistik wegen der globalen Lieferketten-Probleme. Von diesen Schwierigkeiten ist auch Österreich betroffen. 

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„Es ist eine nahezu notwendige betriebswirtschaftliche Folge, diese extremen Preissteigerungen in irgendeiner Form weiterzugeben“, sagte Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie. Er prognostizierte für heuer ein Umsatzplus von zehn Prozent für die deutsche Möbelindustrie - und zwar wegen besagter Preiseffekte und nicht, weil die Firmen mehr Möbel verkaufen.

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Wenn die Warenknappheit und auch die Lieferschwierigkeiten andauern, dann kann es auch zu weiteren Preiserhöhungen kommen.

Christian Haeser, Geschäftsführer des deutschen Handelsverbands Möbel und Küchen (BVDM)

Bei einzelnen Händlern habe man bereits Preiserhöhungen im einstelligen Prozentbereich gesehen, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Möbel und Küchen (BVDM), Christian Haeser. „Wenn die Warenknappheit und auch die Lieferschwierigkeiten andauern, dann kann es auch zu weiteren Preiserhöhungen kommen.“ Man sollte aber abwarten, „inwiefern sich das summa summarum niederschlägt“.

Schwierige Zeiten für Möbelfabrikanten
Klar ist: Viele Möbelfabrikanten sind in einer schwierigen Lage. Zwar haben sie in der Pandemie vom „Cocooning“-Trend profitiert - anstatt zu reisen oder für anderweitige Freizeitaktivitäten Geld auszugeben, investierten die Menschen in die eigenen vier Wände oder in den Garten, um es da schön zu haben. Doch die zwischenzeitliche Schließung von Filialen als Corona-Maßnahme war Gift fürs Geschäft und die Lieferketten-Probleme sind es immer noch. Unlängst ergab eine Branchenumfrage, dass die Produktion von 44 Prozent der Möbelfirmen wegen Materialknappheiten eingeschränkt oder verzögert war.

Ikea kündigte bereits weltweite Preiserhöhungen an
Mit dem avisierten Preisaufschlag steht die deutsche Möbelindustrie nicht allein da. Der schwedische Möbelriese Ikea hatte unlängst angekündigt, die Preise wegen höherer Kosten um neun Prozent anheben zu wollen. Auch andere ausländische Hersteller dürften wegen der höheren Rohstoff- und Logistikkosten die Preise erhöhen, sagt PwC-Experte Niederdrenk. Im Wettbewerb um die Kundengunst werden die deutschen Fabrikanten nach seiner Einschätzung also keinen Nachteil haben, weil ihre Produkte teurer werden - vielmehr sei das ein allgemeiner Trend am Möbelmarkt.

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