Sa, 20. Oktober 2018

Blutbad vereitelt

13.05.2011 16:11

Jüdische Gemeinde in New York entgeht Terroranschlag

Einen blutigen Anschlag auf die jüdische Gemeinde in New York haben laut eigenen Angaben die US-Behörden vereitelt. Zwei aus Nordafrika stammende Männer seien verhaftet worden, nachdem sie Schusswaffen und Handgranaten von einem verdeckten Ermittler gekauft hätten, sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg. Die Verdächtigen hätten neben Synagogen auch das Empire State Building als mögliches Anschlagsziel ins Auge gefasst.

Die Polizei hatte den 26-jährigen Ahmed F. (im Bild links) und den 20-jährigen Mohamed M. (re.) nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Donnerstag bereits seit sieben Monaten überwacht. Die Männer sollen Anschläge gegen die jüdische Bevölkerung New Yorks geplant haben, hieß es. Unter anderem hätten sie sich als Juden ausgeben wollen, um sich Zugang zu großen Synagogen in Manhattan zu verschaffen. Dort habe das Paar dann Handgranaten zünden und um sich schießen wollen. Den Angaben zufolge hatten die Verdächtigen zeitweise auch vor, jüdische Gotteshäuser mit Bomben zu attackieren.

Am Mittwoch schlugen die Behörden zu, als die Männer, ein Algerier und ein US-Bürger marokkanischer Herkunft, von einem verdeckten Ermittler halbautomatische Pistolen, einen Revolver, Munition und eine Handgranate kauften. US-Medienberichten zufolge wurde F. festgenommen, als er die Waffen im Kofferraum seines Autos verstauen wollte, M. fassten die Polizisten kurze Zeit später auf einer Straße in der Nähe.

Offenbar keine Verbindung zur Al-Kaida
Als Grund für die geplante Tat hätten die Männer Hass auf Juden angegeben, sagte Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance. Außerdem seien sie wütend über den Umgang mit Muslimen in der Welt gewesen. "Sie behandeln uns wie Hunde", zitierte Vance einen der beiden Festgenommenen. Die Männer haben den Angaben zufolge keine Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida, sondern sind offenbar radikal-islamische Einzeltäter. Ihnen soll der Prozess vor einem New Yorker Gericht und nicht wie bei Terrorverfahren üblich vor einem US-Bundesgericht gemacht werden. Bei einem Schuldspruch droht den Männern lebenslange Haft.

Seit der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch eine US-Spezialeinheit in Pakistan vor knapp zwei Wochen sind die New Yorker Behörden in erhöhter Alarmbereitschaft. Bürgermeister Bloomberg sagte, dass seit den Anschlägen vom 11. September 2001 Terroristen in mindestens 13 Fällen versucht hätten, die Stadt erneut anzugreifen. Im Mai 2010 war New York nur knapp einem Anschlag mit einer Autobombe am belebten Times Square entgangen, der verhinderte Attentäter wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt (Bericht in der Infobox). Im vergangenen Oktober waren vier Männer wegen geplanter Anschläge auf eine Synagoge im New Yorker Stadtteil Bronx sowie US-Militärflugzeuge schuldig gesprochen worden.

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