Do, 18. Oktober 2018

Positiver Trend

11.05.2011 12:50

Bundesländer haben die Krise großteils verdaut

Die Länder haben die Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 großteils hinter sich gelassen. 2010 war wirtschaftliche Erholung angesagt, und Ende 2011 werden fast alle Bundesländer den vorangegangenen Konjunkturabschwung verdaut haben. Niederösterreich wird das einzige Bundesland sein, das erst 2012 zum Vorkrisenniveau aufschließt. Im Jahr 2010 war die im Jahr davor gebeutelte Steiermark "Wachstumskaiser", 2011 soll das Oberösterreich sein. In Kärnten dürfte die Wirtschaft heuer stagnieren.

Wien und das Burgenland dürften - weil in diesen Ländern der Abschwung sanfter war - in den zwei, drei letzten Jahren generell am besten durch die Krise gekommen sein. Da verlief 2010 freilich auch der Aufschwung flacher als in jenen Ländern, die davor ein Minus vor dem BIP-Trend hatten, erklärte Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zur BA-CA-Bundesländerstudie. Das Landes-BIP legte in der Steiermark 2010 (plus 2,8 Prozent) doppelt so stark zu wie das von Wien (1,4 Prozent).

Zumindest vorläufig sei demnach 2010 das alte Tempo wieder erreicht worden. 2011 dürften wieder Oberösterreich, Vorarlberg und die Steiermark überdurchschnittlich zulegen, während Wien und das Burgenland (jeweils 2,5 Prozent) leicht unter dem erwarteten Österreich-Schnitt von 2,8 Prozent BIP-Pus zu liegen kommen dürften.

Kärnten weiter hoch verschuldet
Weiter gestiegen sind allerdings die Schulden der Bundesländer. In Kärnten liegt die durchschnittliche öffentliche Pro-Kopf-Verschuldung von Land und Gemeinden zusammengerechnet mit 3.600 Euro (Vorjahr: 3.000) mehr als doppelt so hoch wie in Wien mit 1.170 Euro (Vorjahr: 1.100). Dabei sind in den Kärntner Schuldendaten die Haftungen für die Hypo Alpe-Adria Bank noch nicht enthalten.

Wegen der geringen Steuer- und Haushaltsspielräume der Länder sei die Verschuldung der österreichischen Bundesländer jedoch trotzdem extrem niedrig, sagte Bruckbauer, der vom Gesamtstaat auf Sicht drei bis vier Prozent des BIP oder mehr als 12 Milliarden Euro an Konsolidierung empfiehlt, um das strukturelle Budgetloch wegzubringen. "Es wäre gut, wenn wir überhaupt eine fiskalische Reserve hätten."

Für die Bundesländer war 2010 der Industriesektor der maßgebliche Wachstumstreiber. Er habe trotz seines "überschaubaren" Anteils an der gesamten Wirtschaftsleistung von rund 20 Prozent für rund die Hälfte des Auftriebs gesorgt, hieß es. In Schwung halten soll die Industrie auch 2011 die wiedergestärkte Auslandsnachfrage. Die Bauwirtschaft hingegen dämpfte 2010 die Wachstumsdynamik österreichweit um durchschnittlich 0,3 Prozentpunkte. Überdurchschnittlich stark betroffen waren davon Oberösterreich, Niederösterreich und das Burgenland.

Beschäftigung leicht an gestiegen
Leicht entspannt hat sich durch die Erholung der Wirtschaft der Arbeitsmarkt. Die Beschäftigung stieg österreichweit um 0,6 Prozent. In einigen Bundesländern wie Vorarlberg, dem Burgenland und Tirol fiel der Aufwärtstrend sogar doppelt so stark aus. "Mit Ende des ersten Quartals 2011 ist die Beschäftigung in den meisten Bundesländern bereits wieder auf neue Rekordstände geklettert. Im Burgenland und in Vorarlberg konnte der Jobabbau während der Krise bereits kompensiert werden", befand Bruckbauer.

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