Do, 13. Dezember 2018

Auf Flucht verletzt

09.05.2011 07:29

"Taxi-Mörder vom Bodensee" nach Ausbruch gefasst

Der "Taxi-Mörder vom Bodensee" ist gefasst. Die Polizei nahm den 29-jährigen Andrej W. am späten Sonntagabend in Zuzenhausen im Rhein-Neckar-Kreis in Deutschland fest. Eine Polizeistreife hatte ihn gegen 22.35 Uhr erkannt, als er mit einem Fahrrad sorglos eine Straße in Richtung Ortsmitte entlangfuhr. Nach kurzer Verfolgungsjagd wurde er gestellt und verhaftet. Nach Polizeiangaben ist Andrej W. verletzt und wird derzeit unter strenger polizeilicher Bewachung in einer Klinik in Heidelberg untersucht.

Der zu lebenslanger Haft verurteilte Straftäter war am Samstag aus einer geschlossenen Psychiatrie in Wiesloch bei Heidelberg ausgebrochen, obwohl er an den Füßen gefesselt war. Trotz Hinweisen von Bürgern war die Suche nach dem 29-Jährigen zunächst erfolglos geblieben. 50 Beamte waren am Sonntag rund um Wiesloch im Einsatz - unterstützt von Hubschraubern und Hunden. Die Suche in der Region war schwierig, weil großflächige Waldgebiete zahlreiche Verstecke bieten.

Vor knapp einem Jahr hatte der Mann eine Taxifahrerin am Bodensee umgebracht. Eine weitere vergewaltigte und verletzte er schwer. Wegen erheblich verminderter Schuldfähigkeit wurde er im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden untergebracht. Weil der jungenhaft wirkende 29-Jährige als extrem gewaltbereit gilt, hatten für ihn höchste Sicherheitsmaßnahmen gegolten.

Fußschließe mit Nagel geöffnet
Seine Flucht hat dem 29-Jährigen ein Loch in der Außenmauer der Klinik ermöglicht. Wie die Polizei in Heidelberg am Montag bestätigte, war Andrej W. am durch eine "Baustellenöffnung" entkommen. Zuvor war er während seines Hofganges auf die Toilette gegangen und hatte dort seine Fußschließe mit einem etwa drei Zentimeter langen Nagel geöffnet, der in der Kordel seiner Jogginghose versteckt war. Danach war er mit Hilfe einer ausgehängten Klotür über die Gefängnismauern geklettert und geflüchtet.

Den Nagel hatte die Polizei erst nach einer Röntgenaufnahme entdeckt. In der Vernehmung gab der 29-Jährige an, den Drahtstift in seiner Zelle gefunden zu haben. Nach seiner Flucht hatte er vier Gartenhäuser in einer Schrebergartenanlage aufgebrochen und dort neben einer Jacke und einer Mütze auch das Fahrrad gestohlen. Zudem hatte der Mann laut Polizeiangaben ein Auto aufgebrochen und daraus einen Verbandskasten entwendet. Damit hatte er Verletzungen an Hand und Unterarmen verarzten wollen, die bei der Flucht über die Gefängnismauern entstanden waren.

Zu lebenslanger Haft verurteilt
Anfang Februar war Andrej W. wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gutachter hatte ihm schwere Persönlichkeitsstörungen, darunter krankhafte Sexualvorstellungen und Nekrophilie, bescheinigt. Unter Nekrophilie versteht man die Neigung, sich an einer Leiche sexuell zu befriedigen. Der 29-Jährige hatte zugegeben, dass er beide Frauen töten und anschließend vergewaltigen wollte.

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