23.01.2022 10:24 |

Harmlose Variante?

So kritisch kann eine Infektion mit Omikron sein

Die immense Infektionswelle mit der Omikron-Variante des Coronavirus sorgt nicht nur für die Überlastung die PCR-Kapazitäten, auch das Meldesystem ist seit Tagen überlastet. Nachdem immer wieder kursiert ist, dass eine Infektion mit der Mutation durchwegs mild verlaufe, wähnen sich viele in falscher Sicherheit. Denn auch wenn schwere Verläufe - insbesondere für Geimpfte - wesentlich seltener sind, kann auch Omikron fatale Auswirkungen mit sich bringen, denn mild bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Virus harmlos ist.

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Omikron hat die vorangegangene Delta-Variante in Europa bereits als dominante Form abgelöst. Zunehmend gelangt die Wissenschaft an immer mehr Erkenntnisse der Mutation. Was sicher scheint: Omikron verbreitet sich zwar besonders schnell, schwere Verläufe sind aber seltener. Im Podcast „Coronavirus-Update“ des NDR fasst Virologin Sandra Ciesek zusammen: Nie sei das Risiko, sich zu infizieren, größer gewesen - zugleich sei das Risiko für eine schwere Erkrankung, wenn man geimpft oder geboostert sei, niedrig wie nie.

Spitalsrisiko erheblich gesunken
Wie Omikron das individuelle Risiko bei einer Infektion verändert - und warum Experten weiter zu Vorsicht mahnen: Der Hamburger Intensivmediziner Stefan Kluge verweist auf Daten aus mehreren Ländern, die zeigen, dass das Risiko, mit Omikron ins Krankenhaus zu müssen, im Vergleich zu Delta in allen Altersgruppen wohl um mehr als die Hälfte reduziert ist. „Das ist eine gute Nachricht“, so der Lungenfacharzt.

Großer Einflussfaktor: der Impfstatus
Ein enormer Einflussfaktor für den individuellen Schweregrad einer Infektion ist den Experten zufolge der Impfstatus. Die Grundimmunisierung mit Auffrischungsimpfung schützt nach wissenschaftlichem Konsens zwar bei Omikron nicht unbedingt vor Ansteckung, aber zuverlässig vor schweren Verläufen.

Mit Blick auf US-Daten sagt der wissenschaftliche Leiter des deutschen Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, derzeit seien etwa 90 Prozent der dort mit Corona im Krankenhaus liegenden Menschen ungeimpft. Das Register ist eine Echtzeit-Erfassung von Intensivbettenkapazitäten von etwa 1300 Krankenhäusern in Deutschland. „Das ist sicher die Risikogruppe, bei der auch Omikron einen schweren Verlauf nehmen kann“, so der Intensivmediziner. Er warnt auch vor dem Long-Covid-Risiko nach Erkrankung vor allem der Ungeimpften, das nicht unbedingt mit ihrem Schweregrad zusammenhänge.

Mild heißt nicht unbedingt harmlos
Typische Symptome einer Omikron-Infektion sind laut Kluge Schnupfen, Husten, Hals- und Kopfschmerzen - besonders bei Geimpften seien sie oft gering ausgeprägt. Geruchs- und Geschmacksstörungen, wie sie bei Delta-Infektionen häufiger aufgetreten seien, sind eher selten. Doch auch die als leicht oder mild bezeichneten Verläufe sind den Experten zufolge nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Karagiannidis macht klar, dass auch sie „einen ziemlich mitnehmen“ könnten und man ebenfalls mit deutlichen Krankheitssymptomen und sehr eingeschränkt im Bett liegen könne, teils für längere Zeit.

Auch Ältere und chronisch Kranke im Fokus
Neben den Ungeimpften ist es vor allem die Gruppe der Menschen höheren Alters, die den Experten auch in der Omikron-Welle besondere Sorgen macht. Bei vollständig geimpften hochaltrigen Menschen kommt es schließlich immer wieder zu Impfdurchbrüchen - mit welcher Krankheitsschwere sich diese entwickeln, bleibt noch abzuwarten.

Bei gesunden, jungen Erwachsenen sei das Risiko eines schweren Verlaufs vor allem mit Impfschutz sehr gering, bei Omikron noch reduzierter, so Kluge. Doch er betont, dass dies sich mit zunehmendem Alter ändere: Man wisse, „dass der stärkste Risikofaktor, schwer zu erkranken, das Alter ist“. Mit jeder Dekade steige das Sterbe-Risiko.

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