Antrittsbesuch

Pacult in Leipzig offiziell vorgestellt: “Kein Greenhorn”

Sport
05.05.2011 15:07
Peter Pacult ist bei einer Visite am Donnerstag als neuer Hoffnungsträger von RB Leipzig vorgestellt worden. Der von Rapid im Zwist geschiedene 51-Jährige sprach von einer "sportlich hochinteressanten Aufgabe", die beim deutschen Viertligisten auf ihn warten würde. Beim Red-Bull-Ableger aus Ostdeutschland unterschrieb Pacult einen Zweijahresvertrag, der ab Sommer in Kraft tritt.

Bis Saisonende wird noch Tomas Oral die Leipziger betreuen. Ihm war zum Verhängnis geworden, dass RasenBall in dieser Saison den Durchmarsch in die dritte Liga verpasst hat. Unter Pacult soll dies nun gelingen. Dabei rief der Ex-Internationale auch in Erinnerung, dass er vor seinem Rapid-Engagement von 2005 bis 2006 mehrere Monate mit Dynamo Dresden bereits einen Ost-Klub betreut hatte.

"Ich weiß um die großen Ziele, die Red Bull hier hat, und hoffe, dass ich sie erfüllen kann. Hier kommt kein Greenhorn her", erklärte ein im Wiener Dialekt parlierender Pacult, der sich unmittelbar nach dem Medientermin wieder nach Wien verabschiedete. In Österreich ist weiter offen, ob Pacult nach seiner fristlosen Kündigung bei Rapid noch vor Gericht zieht. Derzeit weilt sein Anwalt auf Urlaub.

Linke "aus persönlichen Gründen" zurückgetreten
Pacult hatte immer betont, dass es sich bei einem Treffen mit Dietrich Mateschitz im April bei einem Wiener Nobelheurigen nur um eine Weinverkostung gehandelt habe. Mateschitz, der den medial oft grantelnden Ex-Stürmer schätzt, setzte Pacult in Leipzig schließlich offenbar entgegen den Wünschen von Thomas Linke ein. Leipzigs bisheriger Sportdirektor trat daraufhin am Mittwochabend "aus persönlichen Gründen" eine Stunde vor der offiziellen Bestellung Pacults zurück.

Einen diesbezüglichen Zusammenhang wollten weder Pacult noch Geschäftsführer Dieter Gudel kommentieren. In der Messestadt wird Pacult jedenfalls alles ermöglicht, um den Aufstieg zu schaffen. Er darf sein eigenes Trainerteam mitbringen, als Co wird Tom Stohn, sein Ex-Co-Trainer bei Dynamo Dresden, fungieren.

Pacult "menschlich eine Katastrophe"
Teils heftig waren die Reaktionen auf Pacults Bestellung in den Lokalblättern. Frühere Dynamo-Kicker bezeichneten den Wiener in diversen Zeitungen zwar als fachkundig, aber "menschlich eine Katastrophe". Eine Behauptung, die der Trainer so nicht stehen lassen wollte. "Vor mir muss sich kein Spieler ducken oder verstecken. Aber man muss mir zugestehen, dass ich zwischen dem Menschlichen und Sportlichen unterscheide und natürlich mehr auf das Sportliche schaue."

Der auch in Österreich mit einigen Medien auf Kriegsfuß stehende Pacult äußerte zum Abschluss der Pressekonferenz deshalb gleich einen Wunsch: "Jeder soll sich ein eigenes Bild von mir machen und nicht das mitnehmen, was in Österreich über mich geschrieben wird. Man sollte jedem Trainer die Chance geben, fair aufgenommen zu werden."

Klarstellung zu Rapid
Und über Rapid sagte Pacult: "Mir wurde immer etwas unterstellt. Daraus wurde eine Story gedreht, die ich mir gegenüber gemein gefunden habe. Es war so, dass ich den Herrn Mateschitz bei diesem Treffen beim Heurigen zum ersten Mal gesehen und kennengelernt habe." Red Bull sei erst an ihn herangetreten, als er von den Hütteldorfern bereits entlassen worden war. "Erst danach hat es Kontakt gegeben." Pacult zeigte sich von der Darstellung seines Ex-Klubs einigermaßen überrascht. "Rapid soll einmal daran denken, wie wir an Spieler herangegangen sind. Da hat es auch Spieler gegeben, die laufende Verträge hatten. Natürlich führt man da Vorgespräche", meinte er.

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