Fr, 22. Juni 2018

CL-Knockout

04.05.2011 13:25

Jetzt rechnet Real Madrid mit den Schiedsrichtern ab

Der gesperrte Jose Mourinho soll sich gar nicht im Camp Nou befunden haben, das Rückspiel im Champions-League-Halbfinale in einem Hotel via TV verfolgt haben. Der portugiesische Trainer von Real Madrid hat nach dem 1:1, welches das Aus des Weißen Balletts bedeutete, aber in seinem Landmann Cristiano Ronaldo einen würdigen Vertreter gefunden. "Im nächsten Jahr können sie Barca gleich die Trophäe geben", verpasste der Stürmer allen, die sich gegen die "Königlichen" in der "Königsklasse" verschworen haben sollen, einen Rundumschlag.

Ronaldo schoss sich vor den Mikrofonen, TV-Kameras und Journalisten wie in den vergangenen Tagen sein Chef vor allem auf die Schiedsrichter ein. "Wir wussten, dass wir hier auch gewinnen können, aber der Referee hat es nicht zugelassen. Wieder einmal hat ein Schiedsrichter verhindert, dass wir das Resultat bestimmen können", schimpfte der teuerste Fußballer der Welt über den Belgier Frank de Bleeckere, dessen Kollege im Hinspiel, der Deutsche Wolfgang Stark, ebenfalls eine Schelte abbekam: "Er hat uns die Chance auf den Aufstieg genommen."

Die Bevorzugung von Barca im vierten "Clasico" innerhalb von 18 Tagen prangerte auch Iker Casillas an. "Wir verlassen erhobenen Hauptes das Stadion, aber wir fühlen uns betrogen", meinte der Real-Kapitän, und Aitor Karanka, der Co-Trainer von Mourinho, lehnte es ab, den Katalanen für das Finale am 28. Mai in London Glück zu wünschen. Zu all dem, was in den vergangenen Tagen gesagt worden sei, habe er nichts hinzuzufügen. Er gab aber zu: "Der Referee hatte keinen leichten Job, nach dem was im Bernabeu passiert ist." Die Real-Familie könne stolz sein, was sie in den vergangenen Monaten gesehen habe.

Schlechte Verlierer
Casillas, Ronaldo und Co. ärgerten sich besonders über das in der 47. Minute nicht gegebene Tor von Gonzalo Higuian beim Stand von 0:0. "Das war korrekt", wetterte Ronaldo, der in die Szene involviert gewesen war. Pique habe ihn gestoßen, und er sei auf Mascherano gefallen. "In England wäre er nicht zu Boden gegangen, aber hier hat er die schlechte Angewohnheit von den anderen übernommen", meinte Ronaldo, der in den jüngsten vier Duellen mit dem Erzrivalen keinen Unterschied ausgemacht hat. "Barca war nicht besser, wir haben die Copa del Rey mit fairem Spiel gewonnen!"

Den Aufstieg haben die Madrilenen mit der Mauertaktik Mourinhos im Hinspiel verjuxt. Im Camp Nou versuchten sie zwar mit Pressing und mutiger nach vorne zu spielen, aber letztlich siegte der Fußball. Im Barca-Lager herrschte nach dem insgesamt siebenten Einzug ins CL-Endspiel Jubel, Trubel, Heiterkeit, und Pep Guardiola erzählte, dass sich die Kabine in einen Ort des Glücks verwandelt habe. Der Trainer kehrt nun in jene Stadt zurück, in der er 1992 im alten Wembley als Barca-Spieler durch ein 1:0 nach Verlängerung gegen Sampdoria Genua den letzten Meistercup gewonnen hat.

Rührendes Comeback von Abidal
Der erfolgreiche Feldherr könnte für die Katalanen im prestigeträchtigsten europäischen Klubbewerb die vierte Trophäe (bisher 1992, 2006, 2009) holen. Trotz des 1:1 durfte sich einer der Guardiola-Schützlinge an diesem regnerischen Abend als wahrer Sieger fühlen. Nur 46 Tage nach seiner Lebertumor-Not-OP gab der in der 91. Minute für Kapitän Carles Puyol eingewechselte Eric Abidal ein Comeback. "Das ist ein ganz besonderer Tag für mich. Wieder auf dem Rasen zu stehen und von den Fans begrüßt zu werden, ist etwas, was ich nie vergessen werde", strahlte der Franzose.

Barca sei sein Klub, für den er immer spielen und den er niemals verlassen wolle. Andres Iniesta, der im Hinspiel gefehlt und am Dienstag die 1:0-Führung durch Pedro mit einem Traumpass serviert hatte, sprach von einem emotionalen Moment. Abidal steht jetzt sogar noch eine Steigerung seiner Emotionen bevor. Der Abwehrspieler hatte 2009 im erfolgreichen Finale (2:0) in Rom gegen Manchester United ebenso wie Dani Alves wegen einer Sperre gefehlt. Am 28. Mai könnte es zu einem Wiedersehen mit den "Red Devils" kommen.

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