18.01.2022 11:00 |

In Wiener Theater

Während Vorstellung: Kasten kracht auf Arbeiter

Zu einem spektakulären Unfall kam es Montagabend während einer Vorstellung im Wiener Akademietheater. Ein gigantischer Setzkasten, in dem zahlreiche Schauspieler saßen, hielt der Schwerkraft nicht mehr stand und stürzte vor den Augen des geschockten Publikums auf zwei Bühnenarbeiter. Beide wurden bei dem Vorfall verletzt. Ironischerweise heißt das gespielte Stück auch noch „Die Schwerkraft der Verhältnisse“.

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Es ist eine sehr düstere Geschichte, die aktuell im Akademietheater - der kleinen Schwester des Burgtheaters - in der Wiener Landstraße aufgeführt wird. In beklemmender Atmosphäre thematisiert das Schauspiel-Ensemble um seine Stars wie Markus Meyer, Katharina Lorenz und Stefanie Dvorak unter anderem die Tragödie des Kindsmordes. Doch die kulturbegeisterten Zuschauer sollten an jenem Montagabend unerwarteterweise auch noch zu Zeugen einer ganz anderen Tragödie werden. 

Gigantischer Kasten fiel samt Schauspielern um
Als das Drama „Die Schwerkraft der Verhältnisse“ in seinen letzten Atemzügen lag, passierte etwas, das so gar nicht zum aufgeführten Stück gehören sollte. Die Schauspieler kletterten gerade in einer Art gigantischem Setzkasten von Fach zu Fach, als das gewaltige Möbelstück samt ihnen umkippte und zwei der dahinter stehenden Bühnenarbeiter, die Absicherungsarbeiten durchführten, unter sich begrub.

Ein entsetztes Raunen ging durch den gut besuchten Saal, Schreie der Schauspieler ertönten. Die beiden Arbeiter versuchten indes, unter den Trümmern hervorzukriechen. Dann fiel der Vorhang, das Publikum wurde im Unklaren zurückgelassen. 

In den ersten Momenten herrschte auch bei der „Krone“, die sich ebenso vor Ort befand, Rätselraten. Ob denn der spektakuläre Vorfall Teil des präsentierten Theaterstücks gewesen ist, wusste niemand so wirklich. Erst der Auftritt von Schauspiel-Star Markus Meyer beendete jegliche Spekulationen. Er trat vor den Vorhang, verkündete, dass „ein Drama wie in jenem Stück“ eben auch in der Realität passieren könne. Der Unfall sei, so Meyer, jedoch halbwegs glimpflich verlaufen.

Berufsrettung im Einsatz
Die Wiener Berufsrettung, die schnell zu Hilfe eilte, konnte auf Nachfrage der „Krone“ dann Dienstagmorgen Entwarnung geben. Beide Bühnenarbeiter erlitten Prellungen und Abschürfungen und wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Ihre Verletzungen dürften jedoch nicht allzu schlimm sein. 

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Durch menschliches Versagen war während der gestrigen Vorstellung jedoch die angeordnete Sicherheitskette nicht eingehalten worden und es kam folglich zu dem Unfall.

Sabine Rüter, Sprecherin des Burgtheaters

Den Unfall führte die Sprecherin des Burgtheaters, Sabine Rüter, auf menschliches Versagen zurück: „Die technischen Abläufe werden bei jeder Inszenierung stets intensiv geprobt. Der Umbau, bei dem zu dem Schaden kam, war behördlich abgenommen und im Proben- und Vorstellungsbetrieb bereits etwa 25-mal ohne Probleme durchgeführt worden“, betonte sie. „Durch menschliches Versagen war während der gestrigen Vorstellung jedoch die angeordnete Sicherheitskette nicht eingehalten worden und es kam folglich zu dem Unfall“, so Rüter in einer Stellungnahme. Die Abläufe würden evaluiert und gegebenenfalls verändert, ließ sie wissen.

Stefan Steinkogler
Stefan Steinkogler
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