15.01.2022 07:13 |

Schritt für Schritt

So läuft die Auswertung der Gurgeltests in Wien

PCR-Katastrophe in Österreich - ein Bundesland nach dem anderen kollabiert unter der Last der Tests. Nur in Wien funktioniert das Gurgeln problemlos. Die Lifebrain-Zentrale stockt sogar um zwei Pavillons auf. Die „Krone“ hat sich den Ablauf der Testauswertungen vor Ort angesehen.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Schnitzel ist die Leibspeise der Wiener. Das sagt die Statistik, und das sehen die Labormitarbeiter von Lifebrain, wenn sie in die Röhrchen schauen. Da schwimmt die Panier – und manchmal auch das Coronavirus. In der Klinik Penzing auf der Baumgartner Höhe steht die Alles-Gurgelt-Zentrale, und Freitag kam hoher Polit-Besuch: Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und Lifebrain-Chef Michael Havel durchschnitten ein rotes Band. Ein symbolischer Akt für eine Eröffnung – und für die Wiener Situation, die so anders ist als in den Bundesländern. Stundenlange Wartezeiten, Ergebnisse erst nach drei Tagen – das gibt es bei uns nicht.

Während die PCR-Tests überall von Versagen geprägt sind, stockt Wien auf. Hinter dem roten Band ein neuer Pavillon, der Lifebrain zur Verfügung steht. Insgesamt sind es zwei neue, 25 Millionen Euro wurden investiert. So sollen unglaubliche 800.000 PCR-Tests möglich sein. Pro Tag.

Wir haben uns am Freitag umgesehen. Welche Station durchläuft Ihre Spucke, wenn sie im Labor eintrifft:

  • Die Ankunft: Bienenstockgewurl vor Pavillon 16. Säckeweise kommen die blauen Packungen mit den Röhrchen an. Alleine Donnerstag waren es rund 240.000 Proben. Die Autos der Post stehen Schlange.
  • Die Entpackungs-Station: Die Proben werden vom Rest getrennt, die Packung wandert in den Müll. Wofür ist der Zellstoff gut? Tritt Flüssigkeit auf, wird sie so aufgesogen. Immerhin handelt es sich um vielleicht ansteckende Flüssigkeiten.
  • Waage und Ofen: Die Röhrchen werden bei 90 Grad rund 40 Minuten „gebacken“. Sinn, kurz zusammengefasst: Die Proben dürfen nicht mehr infektiös sein, so kann im Labor damit gearbeitet werden.
  • Scan-Ecke: Hier wird auch darauf geschaut, dass schwarze Schafe nicht nur Leitungswasser einschicken. Manche Proben sind sogar blau oder pink. Reine Fälschungsversuche. Wenn sie auffliegen, droht Sperre oder sogar eine Anzeige.
  • Der Brutkasten – der nicht Brutkasten genannt werden soll, ermahnt Anna Maria Edermayr, die stellvertretende Labor-Leiterin, lachend. Hier findet das Pooling statt: Zehn Proben werden auf einmal untersucht. Jede einzeln zu überprüfen würde die Kapazitäten sprengen. Ein Gerät kostet übrigens 100.000 Euro. Lifebrain hat 300 davon.
  • Auswertung: Die Computer analysieren die Proben und haben dann entweder gute oder schlechte Nachrichten.

Das hier auch als Anleitung für die Bundesländer: So geht testen!

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 28. Jänner 2022
Wetter Symbol
(Bild: Krone KREATIV)