12.01.2022 09:00 |

Buchungen bleiben aus

Salzburg-Stadthotels steuern auf düstere Zeiten zu

Weit unter 50 Prozent Auslastung, Pandemie-Verunsicherung, zu zahlende Mitarbeiter, aufgeschobene Pachten und Co.: Die Hotels in der Landeshauptstadt und ihrer Umgebung machen schwere Zeiten durch. „So rechnet es sich gar nicht mehr“, spricht ein besorgter Hotelier einer gebeutelten Branche aus der Seele.

„Normalerweise machen wir auch in dieser Zeit ein super Geschäft“, erzählt Alexander Jäger von der Villa Verda in Leopoldskron. Aktuell lassen sich die Übernachtungen pro Woche in den zwölf Zimmern aber an einer Hand abzählen. „Es ist desaströs, wir reden von Buchungen unter fünf Prozent. So rechnet es sich gar nicht mehr. Zum Glück ist das Verhältnis mit unseren Verpächtern sehr gut!“

Rücksichtsvolle Verpächter, oder ein ganzes Gebäude im Eigenbesitz – das spielt’s nicht überall. Und wenn etwa Übergangskredite, Mitarbeiter und Co. zu zahlen sind, schaut’s mit Aufschüben schlecht aus.

Friesacher: „So etwas habe ich noch nie erlebt!“
„Seminare und Schulungen werden, wenn sie nicht längst storniert worden sind, jetzt storniert“, zeichnet zudem Ernst Pühringer (Hotel Hölle), Salzburgs Wirtesprecher und Hotelier, ob der unsicheren Pandemie-Lage ein düsteres Bild. Er prognostiziert auch wie viele Kollegen: „Eine echte Besserung erkenne ich frühestens ab Mitte März!“

Eine Branchen-Faustregel besagt, man komme erst ab einer Auslastung jenseits der 50 Prozent ins Verdienen. „Davon sind wir weit entfernt, wir haben eine Buchungslage von 20 Prozent“, sagt Hotel-Friesacher-Chef Michael Friesacher. Nachsatz: „So was habe ich noch nie erlebt!“ Der Familienbetrieb sei finanziell gut gebettet, anderen gehe es nun aber tatsächlich an die Substanz.

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