12.01.2022 06:30 |

Kontrollaktion im Cyta

2G im Handel: „Geringeres Übel als ein Lockdown“

Seit Dienstag wird der 2G-Nachweis im Handel streng kontrolliert. Ein Lokalaugenschein im Völser Einkaufszentrum Cyta zeigt, wie Händler mit den neuen Regeln umgehen. Die „Krone“ begleitete die Polizei bei der Kontrollaktion am ersten Tag.

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Wenn plötzlich vier Polizisten samt begleitendem Journalistentross hereinschneien, kann die Verkäuferin hinter dem Tresen schon einmal die Stirn runzeln: So geschehen im Völser Cyta. Dort ließ sich die Exekutive bei den neuen 2G-Kontrollen über die Schulter blicken. Sozusagen eine Kontrolle des kontrollierenden Handelspersonals. Vorweg: Die Polizei bemüht sich um einen verbindlichen Ton, doch beliebt ist die Aufgabe nicht. „Da wäre mir eine Radarkontrolle noch lieber“, flüstert ein Beamter hinter vorgehaltener Hand.

Eingang ständig im Auge
Schauplatz Deichmann-Filiale: „Auch wenn’s zu zweit schwierig zu handhaben ist, kontrollieren wir gleich beim Eingang“, verrät Mitarbeiterin Daniela. Die Polizei überprüft ein älteres Paar, ob es den Impfpass (Achtung: immer mit Ausweis!) tatsächlich schon dem Personal gezeigt hat und nochmals vorweisen kann. „Wo hab’ ich das bloß wieder hingesteckt?“, rätselt der Mann. Die Gattin nestelt an seiner Brusttasche und wedelt erleichtert mit dem gelben Karton.

Ja, nicht jeder hat ein Smartphone. Nebenan im Bipa zeigt sich, dass die Polizei weiter auch bisherige Regeln im Auge hat: Eine junge Mitarbeiterin trägt die Maske unterhalb der Nasenspitze – eine Abmahnung genügt.

Strafenkatalog ist abschreckend
Josef Schreier von der BH Innsbruck kennt den Strafrahmen bei den neuen Regeln: Ein ungeimpfter Kunde muss mit einer Anzeige und 50 bis 500 Euro Strafe rechnen. Ein Geschäftsbetreiber, der den Kunden nicht kontrolliert hat, mit 360 bis 3600 Euro. Kleine Pointe: Beim Kunden kommt die Verletzung der Ausgangssperre hinzu.

Center-Manager Erich Pechlaner sieht die Verpflichtungen als „geringeres Übel“ als einen neuen Lockdown. Zu welchem Zeitpunkt Kunden kontrolliert werden, habe sich schon herauskristallisiert: „Bei Geschäften mit Selbstbedienung eher erst an der Kassa. Bei Geschäften mit Beratung gleich am Beginn des Gesprächs.“

Pechvogel ertappt
Pechvogel des Tages im Cyta ist ein Außerferner, der Mitte September den Impfstoff von Johnson & Johnson erhielt. Der ist aber seit Jahresbeginn ohne Booster nicht mehr ausreichend. „Den Booster-Termin hatte ich schon“, ärgerte sich der Mann, als der Polizist seine Daten zwecks Anzeige auf den Notizblock kritzelt. Die spätere Bilanz lautet aber: keine weiteren Strafen an diesem Tag im Cyta.

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