11.01.2022 10:01 |

Warten auf Omikron

Spitäler können noch keine Entwarnung geben

Die zuletzt äußerst angespannte Lage in den heimischen Intensivstationen stabilisiert sich zunehmend. Das ist jedoch kein Grund für eine voreilige Entwarnung, warnte nun die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI). Grund dafür: Noch sind die konkreten Auswirkungen der Omikron-Variante des Coronavirus zu unklar - die WHO warnt etwa davor, die Mutation als „mild“ zu verharmlosen.

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„Es gibt hier viele Unsicherheitsfaktoren, deshalb ist eine verfrühte Entwarnung sicherlich nicht angezeigt“, erklärte ÖGARI-Präsident Walter Hasibeder. Gegenwärtig ist die ÖGARI aber erleichtert darüber, dass sich aktuell die Zahl der intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten mit Covid-19-Erkrankung nach deutlichen Rückgängen stabilisiert.

Entlastung „wirklich dringend erforderlich“
„Wir bewegen uns erstmals seit Oktober wieder, wenn auch mit regionalen Unterschieden, bei einem Anteil von zehn bis 15 Prozent von an Covid-19 Erkrankten in den Intensivstationen in Richtung Normalbetrieb“, so Hasibeder. Diese Entlastung war demnach „wirklich dringend erforderlich angesichts der zahlreichen verschobenen Operationen und der bedenklichen Versorgungsengpässe bei Patientinnen und Patienten mit anderen kritischen Erkrankungen.“

Prognosen äußerst schwierig
Die intensivmedizinischen Erfahrungen mit der Omikron-Variante seien in Österreich im Moment aber noch nicht ausreichend für repräsentative Berichte. Auch Prognosen seien derzeit außerordentlich schwierig, weil die Datenlage zu Omikron noch nicht sehr breit sei, gibt die ÖGARI zu bedenken.

„Es gibt viele Hinweise, dass Omikron bei prozentuell weniger Infizierten als zuletzt etwa bei Delta schwere bis lebensbedrohliche Krankheitsverläufe verursacht. Allerdings ist zu bedenken, dass durch die sehr große erwartete Menge an Infektionen auch geringere Prozentsätze insgesamt zu belastend hohen Belagszahlen führen können“, sagte der Präsident.

Noch immer zu viele ungeimpft
Weitere Risiko- und Unsicherheitsfaktoren seien potenzielle Ausfälle beim Gesundheitspersonal, nicht nur wegen Infektionen in der Belegschaft, sondern vor allem auch wegen Pflegefreistellungen zum Beispiel wegen Krankheitsfällen in der Familie. Dazu komme die problematische Tatsache, dass noch immer ein nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung gänzlich ungeimpft sei bzw. noch keine Booster-Impfung erhalten habe, und dass es unter Omikron auch bei Genesenen häufig zu Reinfektionen komme.

„Durchaus Sorge muss uns auch die Frage machen, welche Auswirkungen die weitere Omikron-Verbreitung auf Kleinstkinder hat, die bezüglich Atemwegsinfektionen sehr vulnerabel sind und rasch schwere Symptome entwickeln können“, so Hasibeder. Zu all dem käme, dass die WHO weitere Varianten unter Beobachtung habe, deren Eigenschaften noch unklar sind.

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