GUTEN MORGEN

Wackelnde Impfpflicht | Heiße Kartoffel

Oje, jetzt purzeln wieder Rekorde: Am Mittwoch wurden - mit großer Verzögerung bei der Auszählung - schließlich fast 10.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, eine Verdreifachung gegenüber der Vorwoche! Das lässt Schlimmes befürchten, so könnten sogar die jüngsten Berechnungen des Covid-Prognosekonsortiums noch überschritten werden. Dieses hatte für die kommende Woche mit Tageswerten zwischen 13.000 und 17.000 Neuinfektionen kalkuliert. Bisheriger 24-Stunden-Rekord waren 15.809 Neuansteckungen am 19. 11. 2021  - und darauf folgte dann der Lockdown. Was folgt jetzt? Bisher dachten wir: die Impfpflicht ab dem 1. Februar. Die kommt allerdings gehörig ins Wackeln, oder, wie es der burgenländische Landeshauptmann Doskozil formuliert: „Ich sehe die Impfpflicht in dieser Art und Weise auf Bundesebene bröckeln, wenn schon ein Experte sagt, dass man das überdenken muss.“ Gewisse Skepsis war auch gerade erst aus einer Äußerung von ÖVP-Ministerin Karoline Edtstadler herauszuhören. Ihr Chef, Bundeskanzler Karl Nehammer, bekräftigt gegenüber der „Krone“ allerdings, voll auf Kurs zu sein, wenn er sagt: „Die Impfpflicht wird kommen.“ Während man aus Behörden- und Rechtsexpertenkreisen Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Impfpflicht wegen der gesunkenen Wirksamkeit gegen die neue Variante hört. Wetten, dass da noch nicht das letzte Wort gesprochen ist!

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Heiße Kartoffel. Was nun? Quarantäne zehn Tage oder, wie es gerade ein Epidemiologe anregte, eher null Tage? Neuer Lockdown, wie es manche in den Raum stellen, oder einfach „alles laufen lassen“, wie es andere meinen? Impfpflicht ab dem 1. Februar, wie es gerade noch von fast allen Seiten gefordert wurde, oder nun doch nicht - siehe oben? Die Omikron-Welle ist da, die 5. Corona-Welle - da sollten wir doch viel klüger sein als bei der ersten. Wir, also wir Normalbürger, aber vor allem die Experten und Politiker. Nicht selten beschleicht einen aber das Gefühl, dass sich rund um die Pandemie in knapp zwei Jahren, um einen Ausdruck zu verwenden, den wir längst verinnerlicht haben, zwar die Erkenntnisse exponentiell vervielfacht haben. Dass man sich aber bei Schlussfolgerungen und Handlungsanleitungen oft nur unwesentlich über den Stand des 1. Halbjahres 2020 hinausbewegt hat. Heute schiebt die Politik, die sich die längste Zeit als so entscheidungsstark und die Pandemie „meisternd“ präsentierte, die Verantwortung am liebsten auf die Experten ab. Die Wissenschaft retourniert die heiße Kartoffel - entscheiden müsse die Politik. So entsteht ein Bild großer Ratlosigkeit. Doch als Gewissheit bleibt: Bestes Mittel gegen die Pandemie wären Hausverstand und Eigenverantwortung. Also: anwenden!

Einen schönen Feiertag! 

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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