04.01.2022 13:30 |

20 Jahre Euro

Als der Schilling zum Sammlerstück wurde

Mit 1. Jänner 2022 jährte sich die Euro-Einführung zum 20. Mal. Die Tiroler horten Berge an alten Schillingmünzen und -banknoten. Die Scheine übereinandergestapelt sind doppelt so hoch wie die Europabrücke: Umgerechnet 50 Millionen Euro fehlen, das sind statistisch gesehen rund 65 Euro pro Tiroler und Tirolerin! 

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Zum Jahreswechsel konnten wir auch auf 20 Jahre Euro anstoßen. Eine ganze Generation, die der heute Unter-20-Jährigen, kennt den alten Schilling nur mehr aus Erzählungen, ältere Menschen sprechen aber trotzdem manchmal noch von „echtem Geld“, wenn sie Preise aus dem Jahr 2021 in die alte Währung umrechnen. Im Großen und Ganzen haben sich die Tirolerinnen und Tiroler aber mit Euro und Cent statt Schilling und Groschen angefreundet und abgefunden.

Umrechnungstabelle immer dabei
Neben Österreich wurde der Euro mit 1. Jänner 2002 auch in Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal und Spanien eingeführt. Seither kamen noch Slowenien, Malta, Zypern, die Slowakei, Estland, Lettland und Litauen dazu.

Bei Reisen in diese Länder fällt das Geldumwechseln weg. Schilling-Nostalgikern fehlt dieses Ritual, viele Reisende empfinden die einheitliche Währung als Erleichterung. Früher hatte fast jeder einen Euro-Rechner oder eine Umrechnungstabelle dabei. Das Umrechnen – ein Euro = 13,7603 Schilling – wurde zum Volkssport.

Statistisch fehlen pro Tiroler rund 65 Euro
Volkssport war es offenbar auch, Geld in Matratzen, Büchern, unter Schubladen, hinter Bildern, unter Badewannen oder im Garten zu verstecken. Trotz zahlloser Schilling-Umtauschaktionen der Österreichischen Nationalbank – zuletzt 2019 – fehlen noch immer große Geldmengen, wie Armin Schneider, Direktor der OnB Tirol, berichtet.

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Ich verstehe, wenn man 20-Schilling-Scheine sammelt, weil sich der Gegenwert in Grenzen hält. Aber ich wundere mich, wo die 5000er mit Mozart sind. Hier fehlen insgesamt 10.000 Stück!

Direktor Armin Schneider, OeNB

In Summe sind es knapp 700 Millionen Schilling, was einem Wert von 50 Millionen Euro entspricht – rund 65 Euro oder knapp 1000 Schilling pro Tiroler. „Wenn man die fehlenden Scheine stapeln würde, wäre der Turm doppelt so hoch wie die Europabrücke“, sagt Schneider.

Bei Wohnungsauflösungen genau schauen
Bei den Schilling-Münzen sieht es nicht viel anders aus: „Das Gewicht der fehlenden Münzen beträgt etwa 1400 Tonnen, das sind 15 Taurus-Lokomotiven der ÖBB.“ Über den Verbleib gibt es nur Vermutungen: Vieles dürfte in Vergessenheit geraten sein, als die Besitzer ins Altersheim übersiedelten. „Ich würde bei Wohnungsauflösungen genau schauen und auch die Bücher durchblättern“, rät Schneider.

Die Banknoten der letzten Schilling-Serie, die zum Zeitpunkt der Euro-Einführung die gesetzlichen Zahlungsmittel in Österreich waren, können ohne zeitliches Limit bei der OeNB gegen Euro umgetauscht werden. Bargeld, das 2018 seine Gültigkeit verloren hatte, wird oft auf Internetplattformen angeboten und erzielt je nach Zustand hohe Preise. Doch wurde der Euro auch zum Teuro? Diese Frage beantwortet die Grafik: Die Teuerungen sind meist der Inflation geschuldet.

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