30.12.2021 21:47 |

Sorge vor Totalausfall

Rufe nach kürzerer Quarantäne werden lauter

Aufgrund der derzeit gültigen 14-Tage-Regelung ist angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus nicht nur die Wirtschaft, sondern auch kritische Infrastruktur bedroht. Der Grund: Es könnten zu viele Mitarbeitende auf einmal ausfallen. Nun werden Stimmen lauter, die eine Verkürzung auf fünf Tage oder eine Woche fordern - das Gesundheitsministerium prüft einen solchen Schritt bereits.

Mit zu erwartenden tausenden Neuinfektionen täglich könnte die Zahl der Arbeitnehmer in Krankenstand und in Quarantäne zum Problem werden. Eine etwaige Lockerung müsste aber „in einem gesamtstufenhaften Vorgehen stimmig sein“ und „das ist durchaus vorstellbar“, sagte die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Katharina Reich am Donnerstag in der ORF-„ZiB 1“.

Quarantäne auch bei Kontakt mit Infiziertem
Mitte Dezember, mit dem Auftauchen der neuen Variante, wurden die Regeln verschärft - und per 19. Dezember dann wieder die Dauer verkürzt: Seither muss man nach Kontakt mit einem Omikron-Infizierten wieder nur mehr zehn Tage in Quarantäne, nach fünf Tagen ist ein Freitesten möglich. Allerdings gelten nach wie vor auch Geimpfte und Genesene als K1-Person, müssen also in Absonderung.

Dies ist bei den bisherigen Corona-Varianten nicht der Fall, da können diese auch als „K2“ eingestuft werden und müssen sich damit nicht absondern.

Hacker will auf fünf Tage reduzieren
Hacker spricht sich im „Standard“ dafür aus, die Absonderung auf fünf Tage oder eine Woche zu verkürzen und die Quarantäneregeln zu lockern. Er verwies darauf, dass bisher von den knapp 2000 positiv auf Omikron getesteten Menschen in Wien kein einziger im Spital landete.

Der Wiener Gesundheitsstadtrat hatte schon bei der Verschärfung der Regeln Mitte Dezember erklärt, dass es darum gehe, die Infektion am Beginn so flach wie möglich zu halten - aber es ab „spätestens Mitte Jänner keinen Sinn mehr hat, 14-Tage-Quarantäne-Spielregeln zu haben“. Dann könne man wieder zu den alten Regelungen zurückkehren.

Aussichten immer noch unsicher
Der Simulationsforscher Niki Popper verweist in der „Wiener Zeitung“ darauf, dass die Aussichten für die zweite Jänner-Hälfte derzeit noch äußert unsicher seien. Für die nächste Prognose am kommenden Mittwoch erwarte man einerseits detailliertere Daten aus Großbritannien, die zeigen „ob die Welle dort tatsächlich schon wieder runtergeht“ - und andererseits validere Zahlen aus Dänemark zu Hospitalisierungen.

Diese Informationen werden etwa für die Entscheidung wichtig sein, wie es nach den Weihnachtsferien mit Schulöffnungen weitergeht, aber auch für die Entscheidung darüber, ob die Quarantäne bei einer Ansteckung eventuell verkürzt werden könnte.

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