14.12.2021 14:53 |

Pommers Feierabend

Das werfen Wirte in den Müll

Einen schönen Dienstagabend.

Ich weiß nicht, welcher Genussmensch Sie sind, wenn es um die Nachtbeschäftigung in lockdownfreien Zeiten geht. Gehören Sie zur jungen Leserschaft, die bis Sonnenaufgang in Clubbings zu Musik tanzt, die sich in meinem Alter bestenfalls als Taktvorlage für Herzdruckmassagen eignet, oder schauen Sie am Abend lieber „Tatort“, essen dabei Kichererbsenchips und gehen früh schlafen. Ich bin so mittendrin. Nettes Restaurant, Bar, Tatort dann am nächsten Morgen, wenn ich der ausgegrabenen TV-Leiche näher bin als meinem ursprünglichen Ich. Man verträgt mit 40 nicht mehr so viel, hat dafür aber viel erreicht, zumindest wenn es nach der neuen Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm geht. Bis 30 muss man „a Kind zeugen, man muss a Haus bauen, und das Dritte ist einen Baum setzen“. Tja, sieht blöd aus für mich. Kinderlos, Mietwohnung und wenn ich die sterbende Kokosnusspalme neben meinem Sofa ansehe, habe ich nicht den grünen, sondern den braunen Daumen, was mich zumindest zum Innenminister befähigt.

Worauf ich hinaus will? Jedem Wirtshaus- und Barbesucher wird bei dieser Meldung das Herz bluten. Das Restaurant Centimeter hat uns eine Liste mit Speisen und Getränken zukommen lassen, die wegen des Lockdowns vernichtet werden mussten. Darunter fallen auch die angeschlagenen Fässer Bier, die man am letzten Abend nicht in Obelixmanier austschechern konnte. Auf der Liste stehen: 24 Kilo Hühnerschnitzel, mehr als zwei Kilo Tofu (Die gute Nachricht ist die bessere), 43 Liter Hausbier, 31 Grapefruit Radler (Die gute Nachricht ist die bessere 2), 18 Koteletts, 16 Schweinsschnitzel, fast 100 Stück Burgerfleisch und 150 Kilo Erdäpfel. Coronabier blieb übrigens keines übrig. Eine Müllliste, ein Lokal. Die Gastronomen können derzeit gar nicht so viel essen, wie sie…Sie wissen schon.

Der Gesundheitsminister hat heute zum Thema Corona eine Pressekonferenz gegeben. Vorgestellt wurde er von seinem Pressesprecher als „unser Minister“, weder Vor- noch Nachname wurden dem Mann zugebilligt. Das ist bei der aktuellen Fluktuation in den Ressorts ein gefinkelter Schachzug, vor allem dank der FFP2-Maske können die handelnden Personen bei gleichbleibendem Geschlecht beliebig ausgetauscht werden, ohne den Umweg der lästigen Angelobungen. Bei dem Medientermin überraschte der Minister, bei dem es sich um Dr. Wolfgang Mückstein handeln dürfte, mit der revolutionären Erkenntnis, dass Omikron ansteckender ist als Delta. Über den Wissensstand im Ministerium bin ich begeistert, vielleicht kann Mückstein bald aufklären, ob auch die Faceshields vor Coronaviren schützen. Molekularbiologe Andreas Bergthaler appellierte daran, dass man Südafrika wegen der entdeckten Variante nicht „den Schwarzen Peter“ zuschieben dürfe. Diese Formulierung wollte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Ich wünsche einen schönen Feierabend, so Sie einen haben.

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