10.12.2021 10:14 |

In Tirol und Wien

Sechs Festnahmen bei Schlag gegen Schlepperbande

Schlag gegen die Schlepperkriminalität in Tirol und Wien: Im Zuge von gerichtlich angeordneten Hausdurchsuchungen in Wörgl, Innsbruck und der Bundeshauptstadt wurden insgesamt sechs verdächtige Personen festgenommen. Zudem wurden ein Auto sowie Bargeld in Höhe von über 40.000 Euro beschlagnahmt. Die mutmaßlichen Schlepper, die Migranten in großem Stil über die Balkanroute geschleust haben sollen, sitzen in U-Haft.

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Nach umfangreichen Ermittlungen durch das Landeskriminalamt Tirol wurden bereits am 20. November im Zuge eines zeitgleich durchgeführten Einsatzes gerichtlich bewilligte Hausdurchsuchungen in Wörgl, Innsbruck und Wien vorgenommen. Dabei wurden zunächst insgesamt fünf Personen im Alter von 23 bis 37 Jahren aus Syrien und dem Irak festgenommen, vier davon in Tirol und eine in Wien.

Asylberechtigte in U-Haft
„Weitere Ermittlungen führten folglich zu einer sechsten und bislang letzten Festnahme eines 33-jährigen Syrers am 7. Dezember in Wien durch Beamte des LKA Wien.  Bei allen Beschuldigten handelt es sich um asylberechtigte Personen, über die die Untersuchungshaft verfügt wurde“, heißt es vonseiten der Tiroler Ermittler.

Fremde über Balkanroute geschleppt
Bei den Hausdurchsuchungen in Tirol konnte ein Bargeldbetrag von über 40.000 Euro sowie ein Pkw im Wert von rund 12.000 Euro sichergestellt werden. Die sechs festgenommenen Personen stehen im Verdacht, „im Rahmen einer kriminellen Vereinigung durch professionelles und arbeitsteiliges Zusammenwirken, zumindest seit Frühjahr 2021, eine große Anzahl an Fremden entgeltlich über die Balkanroute nach Österreich geschleppt und in Folge die Verbringung weiter nach Italien, in die Schweiz und nach Frankreich organisiert und durchgeführt zu haben“, heißt es weiter.

Als Hauptbeschuldigter gilt nach derzeitigem Ermittlungsstand ein 34-jähriger Iraker mit Wohnsitz in Innsbruck, der die Schleppungen organisiert und die anderen Mitglieder entsprechend angewiesen haben dürfte.

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Bei den geschleppten Personen handelt es sich überwiegend um ägyptische Staatsbürger, die für die Schleppung von Österreich nach Italien rund 600 Euro pro Person an die kriminelle Vereinigung bezahlen mussten.

Ermittler vom LKA Tirol

Arbeitsteiliges Vorgehen
Laut den Ermittlern dürfte im Wesentlichen in zwei Gruppen agiert worden sein: „Ein Teil war für die vorübergehende Unterbringung, Zusammenführung von fünf bis zehn Personen zu einer Gruppe sowie deren Transport zu den Bahnhöfen in Wien verantwortlich. Die andere Gruppe organisierte die Beförderung mittels Nachtzug von Wien nach Tirol sowie die weitere Verbringung mittels Zug über die Binnengrenze nach Italien.“

Bei den geschleppten Personen habe es sich überwiegend um Ägypter gehandelt, die für die Schleppung von Österreich nach Italien rund 600 Euro pro Person an die Bande bezahlen mussten. Weitere Ermittlungen - insbesondere zu den internationalen Kontakten - seien noch im Gange.

Dank vom neuen Innenminister
Österreichweit sind heuer laut Polizei bereits mehr als 350 (mutmaßliche) Schlepper, davon 21 in Tirol, festgenommen worden. Im Vorjahr waren es 311 (Tirol  28) und 2019 insgesamt 242 (Tirol 37). „Der Kampf gegen Schlepperei als Teil der Organisierten Kriminalität gehört zu den größten Herausforderungen für die Polizei. Österreich führt den Kampf gegen Schlepperei entschlossen und in enger Zusammenarbeit mit den Staaten des Westbalkan. Ich danke den Ermittlerinnen und Ermittlern für ihre akribische Arbeit und ihren Einsatz“, betont Innenminister Gerhard Karner.

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