08.12.2021 14:28 |

Projekte verhindert?

Debatte um Einspeis-Grenze bei Photovoltaikanlagen

Weil ihre Photovoltaikanlagen „zu groß“ waren, wurden in der Vergangenheit Landwirte, Autohäuser aber auch Privatpersonen von der Netz Burgenland abgelehnt. Das sorgt für Ärger und nun auch für Kritik der Grünen. Mit kommenden Jahr soll die Grenze für das Einspeisen allerdings der Vergangenheit angehören.

Das Limit zum Einspeisen liegt derzeit bei 20 KW-Peak. Durch diese Grenze würden viele Anlagen auf Dächern oder Scheunen derzeit verhindert, kritisiert der Grüne Energiesprecher Wolfgang Spitzmüller: „Einem Landwirt aus dem Bezirk Mattersburg, der eine fertig geplante und ausfinanzierte 300 kWp-Aufdachanlage realisieren wollte, lehnt die Netz Burgenland ebenso ab, wie zwei Autohäuser in St. Michael und Stoob.“

Freifläche statt Dach
Stattdessen setze die Energie Burgenland stark auf Freiflächen-Sonnenparks. Aus Sicht der Grünen Klubobfrau Regina Petrik ist dies der falsche Weg. Besser wäre es, die Paneele vor allem auf Dächern und bei belasteten Flächen, wie Parkplätzen oder Kläranlagen, anzubringen. Auch das Raumplanungsgesetz sehe eine Errichtung vorrangig auf Dächern vor, so Petrik.

Hürde fällt weg
Bei der Energie Burgenland weist man darauf hin, dass die Einspeisgrenze den Netzkapazitäten geschuldet ist, genauer gesagt der Kapazität der Knotenpunkte zwischen dem burgenländischen und dem übergeordneten Netz. Die Hürde soll aber mit Jänner weitgehend wegfallen. Außerdem sei es für Anlagenbetreiber ohnehin wirtschaftlicher den erzeugten Strom direkt zu verbrauchen, als diesen einzuspeisen. Betroffene könnten sich jederzeit bei der Energie Burgenland melden, damit man eine Lösung erarbeiten könne, betont ein Sprecher.

Nicht jedes Dach ist geeignet
Auch die Kritik an den Freiflächen-Sonnenparks wird zurückgewiesen. Man setze sehr wohl auch auf Photovoltaik-Lösungen auf Dächern - etwa durch die Pakete SonnenMarie und SonnenMax. Jedoch sei nicht jedes Dach geeignet, auch die Errichtungskosten würden höher ausfallen als auf der Freifläche. Zum Erreichen der Klimaziele werde man mit Dachflächen aber nicht das Auslangen finden.

Debatte um Ackerfläche
Dass durch die Sonnenparks wertvolle Ackerfläche verloren gehen soll, bezweifelt man beim Energiekonzern. Einen guten Boden würden Landwirte wohl nicht für Sonnenparks verpachten. Zudem könne die Fläche nach Errichtung der Photovoltaikanlagen weiter genutzt werden, etwa als Schafweide oder Blühwiese.

Drei Orte gaben grünes Licht
1440 Hektar wurden als geeignet zoniert, nicht alles davon wird auch genutzt werden. In Güssing, Nickelsdorf und Schattendorf gebe es bereits grünes Licht für die Parks, heißt es von der Energie Burgenland. Mit etwa ein Dutzend weiteren Orten laufen noch Gespräche. Nur Hornstein hat bisher abgesagt.

 Burgenland-Krone
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