08.12.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

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Politik ist ein schnelllebiges Geschäft geworden. Ob Parteichef, Kanzler oder Finanzminister: Auf einen raschen Aufstieg folgt sehr oft ein schneller Verschleiß. Man kann gar nicht so schnell nach oben schauen, um nicht zu verpassen, wie Sterne am Polithimmel innerhalb kürzester Zeit verglühen. Das ist nicht nur in Österreich so.

Auf der Strecke bleibt die Sachpolitik. Wenn man Experten fragt, welches die brennendsten Probleme sind, die ein Finanzminister in nächster Zeit zu lösen hat, bekommt man die gleichen Antworten wie vor zehn oder fünfzehn Jahren.

Intransparenz bei den Förderungen, verkrustete Strukturen mit vielen Ausnahmen im Steuersystem, eine viel zu hohe Belastung des Faktors Arbeit, große Lücken bei der langfristigen Sicherung des Pensionssystems - das sind so Klassiker, die wir Journalisten schon oft gehört haben.

Natürlich können große Reformen nur im Konsens mit Regierung, Ländern und Sozialpartnern durchgebracht werden. Der Finanzminister ist dabei allerdings eine zentrale Figur, von dessen Persönlichkeit viel abhängt. Doch um dicke Bretter zu bohren, braucht auch der beste Handwerker viel Zeit, könnte man sagen.

Wenn man nur zwei, drei Jahre oder gar kürzer in der Himmelpfortgasse sitzt, wird man über die Überschriften zu den brisanten Themen schwer hinauskommen. Das ist keine Kritik an den handelnden Personen, die sich wohl stets bemühen. Doch es ist eine Kritik an einem System, das keinen Raum mehr lässt, die Dinge zu Ende zu denken.

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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