23.11.2021 12:27 |

Artenvielfalt-Messung

Vogelkenner sollen KI lehren, Gesänge zuzuordnen

Wissenschaftler wollen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) zum ersten Mal den Stand der biologischen Vogelvielfalt einheitlich erfassen. Damit das System Vogelstimmen von überall auf der Welt auf Aufnahmen möglichst bald passend zuordnen kann, braucht es jedoch Unterstützung von geübten Beobachtern. Die Forscher rufen daher auch Österreicher zum Mitmachen auf. Überprüft wird das maschinelle Können unter anderem anhand von Aufnahmen aus Wien, Oberösterreich und Tirol.

Am vom Europäischen Forschungsrat (ERC) unterstützten Projekt „LIFEPLAN“ unter der Leitung von Forschern von der Universität Helsinki (Finnland) sind auch das Umweltbundesamt, der Nationalpark Kalkalpen, die Universität Wien und die Gemeinde Wien sowie die Tiroler Landesmuseen und der Naturpark Karwendel beteiligt. Die Herausforderung besteht darin, einer Maschine beizubringen, wie sie die schwierige Aufgabe lösen kann, im Stimmengewirr der Natur Vogelstimmen verschiedenen Arten richtig zuzuordnen. Dazu braucht es profundes vogelkundliches Wissen, hieß es am Dienstag in einer Aussendung des Umweltbundesamtes.

Vogelkenner sollen Gezwitscher zuordnen
Damit ausgestattete Menschen sind daher dazu aufgerufen, Aufnahmen aus dem weltgrößten Tiergeräusch-Archiv - der US-amerikanischen Macaulay Library - auf dem Online-Portal „Bird Sounds Global“ zuzuordnen. Wer dort mehr als 100 Vogelgesänge bearbeitet, wird als Ko-Autor einer wissenschaftlichen Publikation in einer Fachzeitschrift erwähnt, in der die neue Technologie vorgestellt wird. Anhand der auf diese Weise gewonnenen Daten lernt das KI-System immer besser einzuordnen, von welchem Tier die jeweilige typische Lautäußerung stammt.

Wie gut es das kann, wird anhand von Tonaufnahmen von mehr als 200 Forschungsstandorten aus aller Welt getestet. Aufgezeichnet wird in Österreich in der vom Umweltbundesamt betriebenen Umweltbeobachtungs-Forschungsstation Zöbelboden im Reichraminger Hintergebirge sowie am nahen Messstandort Molln (OÖ). Ebenso fließen Aufnahmen aus dem Botanischen Garten und dem Lainzer Tiergarten in Wien sowie aus Hall in Tirol und dem Karwendelgebirge ein. Diese Daten werden auch für Analysen auf nationaler und lokaler Ebene genutzt, heißt es.

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