20.11.2021 07:00 |

„Krone“-Selbstversuch

Salzburger PCR-Testsystem hat kapituliert

Nichts funktioniert mehr bei den Gurgeltests, die das Eugendorfer Labor Novogenia für das Land Salzburg auswertet. Nachdem unzählige empörte Bürger über massive Verzögerungen und verschwundene Tests geklagt hatten, schritt die „Krone Salzburg“-Redaktion zum Selbstversuch - mit enttäuschendem Ergebnis.

Zwölf „Krone“-Redakteure gaben am Dienstagmorgen ihre „Salzburg gurgelt“-Proben ab. Eingeworfen wurden die Probenbehälter bei verschiedenen McDonalds- und Spar-Filialen in der Stadt Salzburg sowie im Flachgau und Tennengau. Das eigentliche Versprechen der Testaktion: Ein Ergebnis kommt binnen 24 Stunden, wenn die Gurgel-Proben bis 10 Uhr morgens abgegeben werden. Tatsächlich haben bis Redaktionsschluss am Freitagabend nur drei von zwölf Kollegen ein Ergebnis erhalten.

Novogenia verweist auf zu viele positive Tests
Wie es sein kann, dass 84 Stunden nach Abgabe gerade einmal ein Viertel der Ergebnisse vorliegt, haben wir Thomas Kerschbaum, den Pressesprecher von Novogenia, gefragt. Er erklärt: „Die Verzögerungen liegen an der hohen Positivitätsrate. Momentan muss man sehr viele Proben einzeln analysieren, weil das Pool-System nicht mehr funktioniert.“

Auf die Frage, ob man die aktuelle Situation nicht vorhergesehen habe, sagt Kerschbaum: „Das System ist für niedrige Inzidenzen konzipiert. Das Problem ist auch, dass sich viele Leute, die bereits positiv getestet wurden, mit den Gurgeltests nachtesten.“

Er hoffe jedenfalls, dass es in einigen Tagen zu einer Verbesserung kommt. „Auch weil sich aufgrund des Lockdowns weniger Leute testen lassen werden.“ Die aktuelle Situation bei den Salzburger Labors führt auch an anderer Stelle zu Problemen.

Apotheken kaufen sich eigene PCR-Testgeräte
Wegen des Laborchaos, das nicht nur bei Novogenia herrscht, können die meisten Apotheken keine PCR-, sondern nur Antigentests durchführen. „Deswegen werden sich viele Apotheken eigene kleine PCR-Testgeräte kaufen“, erklärt Wolfgang Wörther von der Apothekerkammer Salzburg. Die sogenannten „Point of Care“-Systeme seien ab 12.000 Euro zu haben und könnten 48 Tests gleichzeitig analysieren.

Benedict Grabner
Benedict Grabner
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