Falsche Abrechnungen

Mitarbeiter-Aufstand in der Wiener Secession

Die Secession ist ein ehrwürdiges Museum in Wien. Umso schlimmer ist der Vorwurf, den Mitarbeiter nun erheben.

Die Wiener Secession, eines der bekanntesten Museen des Landes, soll trotz guter Besucherzahlen, staatlicher Förderungen und einer beachtlichen Zahl an Unterstützern ihren Mitarbeitern eine gerechte Entlohnung vorenthalten. Generell soll man es dort mit dem Arbeitsrecht nicht so genau nehmen. Das unterstellt zumindest ein Teil der Angestellten, die von der Gewerkschaft WAS vertreten werden. „Grobe Missstände gibt es vor allem bei den geringfügig Angestellten, die an der Kassa sowie als Aufsichtsperson arbeiten“, sagt ein für die Rechtsunterstützung Verantwortlicher der Gewerkschaft im Gespräch mit der „Krone“.

Zu viele Stunden, zu wenig Gehalt
Die konkreten Vorwürfe: Die Mitarbeiter sollen - obwohl nur geringfügig angestellt - bis zu 70 Stunden pro Woche arbeiten. „Da die Kurzarbeit für diese Beschäftigten während der Lockdowns nicht möglich war, bekamen sie danach eine Dienstanordnung, wonach sie diese Zeit nacharbeiten müssen. Das ist aber illegal“, so der WAS-Mitarbeiter. Dies mache bei manchen nun die hohe Stundenanzahl aus - bei einem Lohn von 440 Euro im Monat.

Außerdem seien Sonderzahlungen nicht korrekt abgerechnet worden, Überstunden verschwanden. Durch den chronischen Mitarbeitermangel stehe auch Rufbereitschaft an der Tagesordnung. Kranke Angestellte seien mitunter sogar selbst dafür verantwortlich, eine Vertretung zu suchen, um überhaupt daheimbleiben zu dürfen.

Protestkundgebung
Vor sechs Wochen startete die WAS die erste Verhandlungsrunde mit der Geschäftsführung. Auch eine zweite blieb bislang ergebnislos. Daher findet am Freitag um 18.30 Uhr eine Protestkundgebung vor der Secession statt.

Zitat Icon

Ich bedaure diese Eskalation sehr.

Geschäftsführerin Annette Südbeck

Geschäftsführung weist Vorwürfe zurück
Die Geschäftsführung weist die Vorwürfe, der Lockdown müsse eingearbeitet werden, zurück. Aber: „Ich bedaure diese Eskalation sehr. Ja, es sind uns leider bei der Personalverrechnung im Zuge der Pandemie Fehler unterlaufen. Dafür übernehme ich die Verantwortung und habe zugesichert, allfällige Fehlbeträge nachzuzahlen“, so Geschäftsführerin Annette Südbeck.

Viktoria Graf
Viktoria Graf
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 28. November 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)