16.11.2021 15:24 |

„Heulende Mitarbeiter“

3G-Probleme: Gewerkschaft mit drastischen Fällen

Seit Montag gilt in der Arbeit die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet), die Übergangsfrist ist abgelaufen. Doch mit Ausnahme von Wien hapert es oft noch massiv an der Testinfrastruktur. Teils mussten Beschäftigte heimgeschickt werden, weil ihr Testergebnis nicht rechtzeitig da war. „Es ist wirklich wild, wir gehen über vor Anfragen. Wir stehen zu 3G, aber hier hat die Politik wirklich versagt“, sagte Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, am Dienstag.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) lenkte bereits ein und lockerte die für manche ungeimpften Beschäftigten geltende PCR-Test-Vorschrift. Die von der strengeren Testpflicht betroffenen Personen (in Krankenhäusern, Pflege- und Altersheimen sowie in der Nachtgastronomie Tätige) können bei Uneinbringbarkeit eines PCR-Tests auch einen Antigentest vorlegen.

„Die Supermarkt-Mitarbeiterinnen heulen“
Aufgrund der starken Nachfrage nach PCR-Tests kommt es verstärkt zu Problemen in den Teststraßen, in den Laboren, aber auch bei der Versorgung mit den Testsets. Gewerkschafterin Teiber berichtete von überforderten Beschäftigten in den Supermärkten, die die Testsets ausgeben müssen. „Die Mitarbeiterinnen heulen und sind verzweifelt. Die Supermärkte sind teils gestürmt worden, die Abgabeboxen sind permanent übervoll“, so Teiber.

Andere berichteten laut Teiber von Wartezeiten bis zu 40 Stunden und mehr, um ein Testergebnis zu bekommen, das dann nicht mehr gilt. Der Bundesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft, Matthias Krenn, fordert eine Rückkehr zu den bisher gültigen Wohnzimmer-Tests.

Industrie: Bis zu drei Tage Warten auf PCR-Ergebnis „hochproblematisch“
Aus der Industriellenvereinigung (IV) hieß es, zahlreiche Unternehmen in allen Bundesländern außer Wien würden derzeit von einer massiven Überlastung der Test- und Auswertungsinfrastruktur berichten. Die Folge seien lange Wartezeiten, teilweise bis zu drei Tage für PCR-Ergebnisse. „Eine Aufrechterhaltung der Produktion ist unter diesen Umständen hochproblematisch, die Belastung für Unternehmen und ihre Beschäftigten ist angesichts der Rahmenbedingungen derzeit enorm“, so die IV.

Doskozil will eigenes System aufbauen
Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) will nun ein eigenes PCR-Testsystem aufbauen. Mit dem des Bundes, bei dem die Kapazitäten nicht ausreichend und die Wartezeiten zu lange seien, sei das oft nicht möglich. „Das PCR-System ist aus meiner Sicht zusammengebrochen“, sagte Doskozil. Ab Mittwoch soll es in allen Standorten der Baudirektion Burgenland die Möglichkeit zu beaufsichtigten Antigen-Schnelltests geben. Das Ergebnis ist am Arbeitsplatz für 24 Stunden gültig.

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