05.11.2021 12:50 |

Raab „schockiert“

Protest gegen Kopftuch-Kampagne des Europarats

Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) hat gegen eine Kampagne des Europarats für die Akzeptanz des islamischen Kopftuchs scharfe Kritik bekundet. „Ich bin zutiefst besorgt und schockiert über den Inhalt dieser Kampagne“, hieß es in dem englischsprachigen Schreiben, das Raabs Ministerium am Freitag veröffentlichte.

„Im jungen Alter ein Kopftuch zu tragen, führt zu Sexualisierung und Stigmatisierung, reduziert Mädchen auf ihr Geschlecht und schadet ihrer Integration in die europäischen Gastgebergesellschaften. Es entspricht nicht der Idee der Emanzipation und Stärkung von Frauen, wenn man Mädchen ermuntert, ein Kopftuch zu tragen“, heißt es in dem Brief weiter.

Raab verweist weiter darauf, dass die Kooperationspartner des Europarats bei der Kampagne - das Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMSYO) und das European Forum of Muslim Women (EFOMW) - von der Ideologie der Muslimsbruderschaft beeinflusst seien.

„Migranten für ihre Ziele beeinflussen“
„Organisationen wie die Muslimbruderschaft versuchen, Vereinigungen und/oder Migranten in Europa für ihre eigenen Ziele zu beeinflussen. Sie arbeiten mit einer strengen ,Wir gegen sie‘-Dichotomie, wodurch sie eine erfolgreiche Integration von Migranten behindern und einen Keil in unsere Gesellschaften treiben“, so die Ministerin.

„Freiheit liegt im Hijab“
Der Europarat hatte am Mittwoch nach Protesten insbesondere aus Frankreich eine Kampagne vorübergehend eingestellt, in der das Tragen des islamischen Kopftuchs in positivem Licht erscheint. Das Kampagnenvideo zeigte junge Frauen, einmal unverschleiert, einmal verschleiert, mit dem Slogan: „Die Schönheit liegt in der Diversität, wie die Freiheit im Hijab (islamisches Kopftuch, Anm.) liegt.“

Laut Europarat will das Vorhaben Vielfalt und Integration fördern und Hass und Hetze bekämpfen. Die französische Jugend-Staatssekretärin Sarah El Hairy zeigte sich „schockiert“: Sie sieht darin eine Ermunterung zum Kopftuchtragen im Rahmen von Identitätspolitik, was sich gegen die republikanischen Werte Frankreichs richte, wie sie sagte.

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