02.11.2021 19:53 |

Bei Angriff getötet

Mutter soll Sohn (14) IS-Miliz überlassen haben

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Anklage gegen eine deutsche Frau erhoben, die in Syrien ihren damals 14-jährigen Sohn Dschihadisten als Kämpfer zur Verfügung gestellt haben soll. Da der Sohn im Alter von 15 Jahren bei einem Bombenangriff getötet wurde, soll sie sich unter anderem wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung vor dem Oberlandesgericht Hamburg verantworten, wie die Bundesanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Wie die „Süddeutsche Zeitung" am Dienstag berichtete, war Stefanie A. im Sommer 2016 mit ihrem zunächst noch 13-jährigen Sohn nach Syrien aufgebrochen, um sich dort derm IS anzuschließen. Ihr Ehemann und Vater des Buben, der bereits ein Jahr früher nach Syrien gegangen war, kämpfte dort bereits für den IS.

Waffenausbildung
Da sie nicht direkt in das Herrschaftsgebiet des IS gelangen konnten, reisten Mutter und Sohn zunächst nach Idlib und schlossen sich dort der Miliz Dschund al-Aksa an. Schon dieser soll A. ihren nunmehr 14-jährigen Sohn als Kämpfer angeboten haben. Er machte eine Waffenausbildung und wurde in Frontnähe an Straßensperren und als Wache eingesetzt.

Im Februar machten sich A. und ihr Sohn mit Mitgliedern der Dschund al-Aksa auf den Weg nach Rakka im Herrschaftsgebiet des IS. Dort führte A. ihrem Ehemann den Haushalt. Ihren Sohn stellten die Eltern dem IS als Rekruten zur Verfügung. Er musste zunächst eine religiös-ideologische Ausbildung absolvieren und wurde dann auch bei Kampfhandlungen eingesetzt.

Sohn starb im Alter von 15 Jahren bei Luftbombenangriff
Im Alter von nur 15 Jahren starb der Sohn im März 2018 bei einem Luftbombenangriff. Ihren älteren Sohn, der noch in Deutschland geblieben war, forderte A. auf, sich über den „Märtyrertod“ seines jüngeren Bruders zu freuen. A. selbst trug beim IS ein Gewehr und wurde mit einem Sprengstoffgürtel ausgerüstet. Erst im Februar 2019 ergaben sie und ihr Ehemann sich kurdischen Truppen.

A. kam in deren Lager Al-Hawl unter. Als sie am 24. März 2021 nach Deutschland kam, wurde sie in Berlin am Flughafen festgenommen. Neben fahrlässiger Tötung wirft ihr die Staatsanwaltschaft unter anderem die Verletzung ihrer Fürsorgepflichten und die Mitgliedschaft in zwei terroristischen Vereinigungen vor.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).