27.10.2021 11:52 |

Regeln verschärft

Steiermark: 2G in Nachtgastro und bei Großevents

Am Mittwoch gab es die höchsten Corona-Zahlen des Jahres in der Steiermark: 548 Neuinfektionen, mehr als 4700 aktiv Infizierte, 29 Patienten auf der Intensivstation. Am Vormittag hat die Landesspitze mit Experten beraten. Das Ergebnis: In der Nachtgastronomie und bei Veranstaltungen ab 500 Personen gilt ab 8. November die 2G-Regel, die FFP2-Maskenpflicht wird erweitert, für Mitarbeiter in sensiblen Gesundheitsbereichen gilt die 2,5G-Regel.

Die Ergebnisse des Expertengipfels im Detail (alles gültig ab 8. November):

  • Für Nachtgastronomie und Zusammenkünfte mit mehr als 500 Personen (indoor und outdoor) gilt die 2G-Regel, nur noch Geimpfte und Genesene haben Zutritt. Davon betroffen sind etwa Fußballstadien.
  • Generelle FFP2-Maskenpflicht in Kundenbereichen von Betriebsstätten (etwa im Handel), Kultureinrichtungen und Einrichtungen zur Religionsausübung.
  • Die 2,5G-Regel - nur PCR-Tests werden anerkannt - gilt für Arbeitnehmer in Krankenanstalten, Kuranstalten, Ordinationen und Pflegeheimen sowie für Besucher in Kranken- und Kuranstalten sowie in Pflegeheimen. (Die PCR-Tests müssen dabei von externen Laboren ausgewertet werden. Somit kommen weiterhin Tests in Apotheken, auf Teststraßen, aber auch die mit 2. November in der Steiermark startenden Gurgeltests in Frage. Die Gültigkeitsdauer bleibt bei 72 Stunden.)

Vierten Lockdown unbedingt verhindern
Am Vormittag hatten sich Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, sein Stellvertreter Anton Lang und Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß mit Experten getroffen, viele davon aus dem Gesundheitsbereich, darunter Karlheinz Tscheliessnigg, dem Vorstandsvorsitzender der steirischen Spitalsgesellschaft Kages, Med-Uni-Rektor Hellmut Samonigg und Ärztekammerpräsident Herwig Lindner. Auch die Spitzen der Landesverwaltung, der Landessanitätsdirektion und der Polizei nahmen teil.

Tenor beim anschließenden Pressegespräch: Die Zahlen steigen stark an, die Impfbereitschaft stagniert hingegen - 63 Prozent der Steirer sind vollimmunisiert. Ein vierter Lockdown muss unbedingt verhindert werden.

Ein Verfechter strengerer Regeln
Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) gilt seit jeher als einer jener Landespolitiker, die für schärfere Maßnahmen plädieren. Im Dezember 2020 hat er ja sogar von einer Impfpflicht gesprochen. Allerdings trat Schützenhöfer stets für bundeseinheitliche Regelungen ein, zuletzt am vergangenen Freitag in der abendlichen Videokonferenz, in der der mögliche Lockdown für Ungeimpfte beschlossen wurde. Am Samstag traf er dann Bundeskanzler Alexander Schallenberg in Graz.

Der Landeshauptmann liebäugelte schon länger mit schärferen Regeln nach Vorbild Wien - allerdings fehlte laut Meinung des Landes-Verfassungsdienstes die rechtliche Grundlage dafür. Vor Kurzem wurde diese im Nationalrat beschlossen. Jüngst hatten auch Salzburg und Oberösterreich eine Ausweitung der FFP2-Maskenpflicht festgelegt.

Corona-Zahlen so hoch wie seit Dezember 2020 nicht mehr
Die Corona-Zahlen sind in der Steiermark zuletzt stark gestiegen: Einen so hohen Wert an Neuinfektionen wie am Dienstag (548) gab es zuletzt Anfang Dezember 2020, die Zahl der aktiv Infizierten (4774) war Ende Dezember 2020 letztmals in diesen Regionen. Befürchtet wird, dass sich dieser Anstieg mit der üblichen Zeitverzögerung auch in der Auslastung der Spitäler niederschlägt. Auf den steirischen Intensivstationen befinden sich derzeit 29 Corona-Patienten. 17 Betten sind für weitere Fälle noch verfügbar. „Wir müssen handeln“, betont Kages-Chef Tscheliessnigg.

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