Mo, 20. August 2018

Zu Kredit genötigt?

01.04.2011 10:09

Verwirrspiel um Pistolen, Drohungen und Co. vor Gericht

Eine abenteuerliche Anklage hat einen Türken am Donnerstag vor Gericht gebracht: Drohung, Nötigung, unerlaubter Waffenbesitz und Amtsanmaßung wurden dem Mann vorgeworfen. Er soll seinem Schwager zwei Pistolen vorgehalten und diesen zu Kreditaufnahmen genötigt haben. Doch vor Gericht kam alles irgendwie anders.

Ein besonderer Fall von sinnloser Steuergeldvernichtung spielte sich am Donnerstagnachmittag über Stunden im Verhandlungssaal 111 im Neubau des Landesgerichtes Innsbruck ab. Die abenteuerliche Anklage warf dem Beschuldigten vor, er habe seinen Schwager dazu genötigt, Kredite aufzunehmen (32.500 Euro). Der Angeklagte habe diesem dabei zwei Pistolen vorgehalten und mit dem Tode bedroht.

Zudem habe er gedroht, dass Frau, Tochter und Schwester des Opfers auch noch sterben werden, wenn dieses sich weigere, die Kredite aufzunehmen. Das Geld wurde angeblich an den Beschuldigten ausbezahlt. Die Anklage basierte auf den Zeugenaussagen des Opfers und weiterer Türken.

Doch die widerriefen vor Gericht ihre Aussagen: Es habe keine zwei Pistolen gegeben, die Kredite seien freiwillig aufgenommen worden und ein gespanntes Verhältnis zwischen Angeklagtem und Opfer bestünde auch nicht. Die Polizeiaussagen bei der PI Imst seien ohne Dolmetscher durchgeführt worden, daher die Missverständnisse. Der Prozess endete mit einem Freispruch.

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.