22.10.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Polen stürzt die EU in Existenzkrise

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Zwei Züge rasen in voller Fahrt aufeinander zu: Mit ideologischer Verbohrtheit und verblendetem Nationalstolz stürzt die polnische Regierung die EU in eine existenzielle Krise.

In seinem Dauerstreit mit Brüssel über den Rechtsstaatsabbau verbittet sich Polen „Einmischung“, spricht von „Erpressung“ und behauptet, selbst entscheiden zu können, wie viele Rechte es an die EU abgibt. Diese sind aber in dem gemeinsamen EU-Recht verankert, das Polen mit dem Beitritt akzeptiert hat.

Wenn jeder sein eigenes Süppchen kochte, wäre die EU als politische Gemeinschaft bald tot. Genau das ist aber das Ziel von Polen und seinen Verbündeten: Abriss dieser EU zu einer bloßen Freihandelszone.

Brüssel setzt sich zur Wehr, aber mit welchen Waffen? Polens Regierung ist so nationalfanatisch, dass sie selbst eher auf Millionen verzichten würde (sagt sie zumindest), als das Brüsseler Joch zu ertragen.

Ein Ausweg wäre: Austritt; also dem Brexit einen Polexit folgen zu lassen. Die Lage ist aber komplizierter: Polen will nicht aus der EU austreten!

Warschau will vielmehr eine Gegenoffensive einleiten und setzt dabei auf die Frustration in der östlichen EU über die angeblich zweitklassige Behandlung durch die herablassende Art aus der West-EU. Allerdings dient diese Mobilisierung nationaler Empfindlichkeiten nur zur Verschleierung des wachsenden Demokratieabbaus: Zu Polen und Ungarn ist jetzt auch Slowenien dazugekommen.

explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Kommentare lesen mit
Jetzt testen
Sie sind bereits Digital-Abonnent?