20.10.2021 13:24 |

Neue Corona-Regeln

Steirische Skigebiete rüsten sich für 3G-Kontrolle

Wochenlang wurde darauf gewartet, just Mittwochvormittag, als Steiermark Tourismus zur großen Wintervorschau lud, wurde die neue Corona-Verordnung für die Skigebiete von der Regierung in Wien präsentiert. Die steirischen Liftbetreiber haben eine technische Lösung für die ab 15. November notwendigen 3G-Kontrollen erarbeitet: Nur bei freigeschalteten Tickets öffnen sich die Drehkreuze. Trotz dieser neuen Regeln und trotz steigender Corona-Zahlen blicken die Touristiker optimistisch auf die kommende Saison.

Geimpft, genesen oder frisch getestet: Wer das nicht erfüllt, dem bleibt im kommenden Winter der Pistenspaß verwehrt. „Es ist eine Herausforderung, die Abläufe so zu gestalten, dass die Gäste ohne gröbere Wartezeiten auf den Berg kommen“, sagt Fabrice Girardoni, Stuhleck-Geschäftsführer und Sprecher der steirischen Seilbahnbetreiber.

Gemeinsam mit Ticketinganbietern wie Skidata habe man daher „intensiv“ an Lösungen getüftelt. Wird die Karte an der Kasse gekauft, wird dort auch der 3G-Nachweis kontrolliert und das Ticket digital auf „grün“ geschaltet. Auch online gekaufte Karten können vor Ort freigeschaltet werden - oder bereits vorab auf einem österreichweiten Online-Portal. Man muss dabei seinen grünen Pass in die Handy- oder Notebookkamera halten, damit der Status überprüft wird.

Neuer Test, wenn Karte auf „rot“ schaltet
Was ist mit Mehrtages- oder Saisonkarten? Sie sind nur so lange digital freigeschaltet, solange man z.B. als genesen gilt oder so lange das Testzertifikat gültig ist. Danach muss man einen neuen 3G-Nachweis bringen. In den Skigebieten selbst wird es wohl keine eigenen Teststraßen geben, angedacht sind auch hier Lösungen mit Kameras wie etwa bei den PCR-Gurgeltests in Wien und bald auch in der Steiermark. Kleine Skigebiete, die vor allem Tagesgäste begrüßen, können auch nur an der Kasse kontrollieren und müssen nicht in neue Software investieren, betont Girardoni.

Sputnik-Impfstoff sorgt für Kopfzerbrechen
Einen 3G-Nachweis erbringen müssen Kinder ab 12 Jahren. Der „Ninja-Pass“ aus den Schulen ist gültig. Ausländische Gäste, die in der Steiermark Urlaub machen, sind zu einem Großteil geimpft, betont Steiermark-Tourismus-Geschäftsführer Erich Neuhold. Noch offen ist die Problematik mit Gästen etwas aus Ungarn, die mit nicht in der EU zugelassenen Impfstoffen (vor allem Sputnik) immunisiert sind.

Gastronomie: Klare Abgrenzungen gefordert
Was ebenfalls bereits seit Wochen klar ist: In Gondeln und in Sesselliften mit Wetterschutzhauben gilt eine FFP2-Maskenpflicht. Zur Freude der Seilbahnbetreiber gibt es heuer im Gegensatz zum vergangenen Winter keinen Kapazitätsbeschränkungen. Auch die Gastronomie-Betriebe sind geöffnet. In herkömmlichen Bergrestaurants gilt wie im Tal die 3G-Regel, in Après-Ski-Bars die 2,5-Regel (nur PCR-Tests sind gültig). „Bei der Definition braucht es hier ganz klare Abgrenzungen“, so Girardoni. Gemeinden können individuell Sperrstunden festlegen - das möchte man in der Steiermark aber eher vermeiden.

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Wir haben die Aufholjagd geschafft und liegen bei den Nächtigungen nur noch ein Prozent unter der Rekord-Sommersaison 2019. Und das, obwohl die Beherbergungsbetriebe erst am 19. Mai aufsperren durften.

Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl

„Der beste Sommer aller Zeiten“
„Die steirischen Touristiker haben sich für den Winter sehr gut vorbereitet“, betont Tourismuslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl - und meint damit auch die Neustrukturierung der Verbände von bisher knapp 100 auf nur noch elf Erlebnisregionen. Sie blickt zudem auf den „besten Sommer aller Zeiten“ zurück. Nach Juli und August gab es auch im September ein Rekordergebnis (424.500 Ankünfte, ein Plus von elf Prozent; 1,23 Millionen Nächtigungen, ein Plus von 6,6 Prozent), auch dank Großveranstaltungen wie den Euroskills.

Eibinger-Miedl: „Wir haben die Aufholjagd geschafft und liegen bei den Nächtigungen nur noch ein Prozent unter der Rekord-Sommersaison 2019. Und das, obwohl die Beherbergungsbetriebe erst am 19. Mai aufsperren durften.“ Neuhold zeigt sich optimistisch, dass mit dem Oktober-Ergebnis inklusive der sehr gut gebuchten Herbstferien das 2019er-Ergebnis sogar noch übertroffen wird.

Ausländische Gäste kommen wieder
Auch der Ausblick auf die Wintersaison ist von Optimismus geprägt - trotz steigender Corona-Zahlen. Die Impfung soll neuerliche Lockdowns verhindern.  Es gibt auch wieder verstärkt Buchungen von internationalen Gästen. „Die Gäste sind winterurlaubsreif“, meint Erich Neuhold. Steiermark Tourismus wirbt gezielt in den Märkten Österreich, Deutschland, Slowakei, Tschechien, Polen und Ungarn.

In Loipersdorf war Thermalbohrung erfolgreich
Trotz Pandemie wurde auch investiert. 55 Millionen Euro waren es in den Skigebieten, darunter alleine 40 Millionen Euro für die neue 10er-Gondelbahn am Kreischberg. Die Therme Loipersdorf lässt derzeit um fast vier Millionen Euro nach einer vierten Quelle bohren - mit Erfolg: Seit der Vorwoche sprudelt das Wasser bereits mit 5,5 bis 6 Liter pro Sekunde und einer Temperatur von über 60 Grad.

Um mehrere Millionen Euro großzügig erweitert und modernisiert wurden etwa das Naturhotel Bauernhofer auf der Brandlucken und der Schwaigerhof in Rohrmoos, neu ist Apart- und Suiten-Hotel Weiden in Rohrmoos. Im Februar eröffnet das Chaletdorf Montestyria am Fuße der Mariazeller Bürgeralpe.

Jakob Traby
Jakob Traby
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