14.10.2021 18:16 |

Wegen Corona-Tickets

Ryanair ließ Passagiere am Flughafen stehen

Die irische Billigfluglinie Ryanair hat laut Medienberichten zahlreichen Kunden den Check-in verweigert und sie erst nach einer Nachzahlung an Bord der Flieger gelassen. Grund dafür ist ein Streit über Ticketerstattungen im Rahmen der Corona-Krise. Das Unternehmen sieht sich im Recht.

Mit Hilfe eines Tricks haben sich die betroffenen Passagiere Geld für ihre Tickets von Ryanair zurückgeholt, die sie aufgrund der Empfehlung von Regierungen oder aus Sorge vor der Pandemie nicht angetreten sind. Nun verweigerte ihnen das Unternehmen die Mitnahme, wie etwa die „Irish Times“ berichtete. Demnach dürften in Irland alleine am Mittwoch Hunderte Menschen betroffen gewesen sein. Nach Informationen des britischen „Guardian“ gibt es auch in Großbritannien zahlreiche Fälle.

Geld über Umweg zurückgefordert
Grund für den Zwist sind sogenannte Chargebacks. Die Fluglinie hatte sich geweigert, den Betrag für die Tickets zu erstatten. Viele Reisende holten sich das Geld jedoch über einen kleinen Umweg trotzdem zurück - mittels einer Beschwerde bei ihrer Kreditkartenfirma.

Dabei haben sie aber die Rechnung ohne Ryanair gemacht. Das Unternehmen speicherte sich offenbar die Passagierdaten und verweigerte nun die Mitnahme für später gebuchte Flüge, wie etwa das Portal „aerotelegraph.com“ berichtete.

Betroffene erfuhren kurz vor Abflug von „Schulden“
Ryanair sieht sich in der Causa selbstverständlich im Recht und verweist auf die Geschäftsbedingungen. Die Tickets seien nämlich nicht erstattungsfähig und die Flüge hätten auch trotz Pandemie wie geplant durchgeführt werden können, erklärte eine Sprecherin der „Irish Times“. Die Rückbuchungen über das Kreditkartenunternehmen seien daher „unrechtmäßig“ erfolgt.

Die Airline sprach von einer „winzigen Minderheit“ von weniger als 850 Reisenden. Diese Passagiere würden erst wieder mitgenommen, wenn sie ihre Schulden beglichen hätten. Wie „Irish Times“ und „Guardian“ berichteten, erfuhren viele Betroffene erst kurz vor Reiseantritt von der Sperrung. Den neuen Flug hatten sie trotzdem buchen können.

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