E-Mobilität, Radwege

„Sima-Ampel“: Nicht alle Lichter stehen auf Grün

Der öffentliche Verkehr gehört auch unter Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) zu den besten und wird sogar weiter ausgebaut. Bei der E-Mobilität und dem Radverkehr gibt es aber noch genügend Baustellen.

Der Verkehr ist in einer Großstadt fast immer ein Streitthema. Die einen fordern Parkplätze, die anderen Radwege. Diese Erfahrung macht gerade auch Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ), die vor einem Jahr das Erbe von Birgit Hebein (Grüne) antrat.

„Bilanz beeindruckend“
Und dieses wurde auch sogleich weitestgehend entsorgt: Pop-up-Radwege, „Coole Straßen“ und das Projekt Praterstraße landeten ebenso wie viele andere in der Tonne. „Wir machen unsere eigenen Projekte. Und die Bilanz ist nach einem Jahr beeindruckend“, heißt es dazu aus dem Büro der Stadträtin.

Besonders stolz ist man - zu Recht - auf den Öffi-Ausbau: Die U5 wird gerade gebaut, die U2 wieder verlängert. Es entstehen neue U-Bahn-Knotenpunkte, die das ohnehin sehr gute Öffi-Netz weiter aufwerten. Die neue Bim-Linie 27 sorgt ab 2025 endlich auch dafür, dass der Stadtrand in Floridsdorf und Strebersdorf besser angebunden ist.

Nicht überall ist man auf der Überholspur
Auch ehemals etwas heruntergekommene Straßen, wie etwa die Thaliastraße im 16. Bezirk, wurden aufgewertet, das Gersthofer Platzl in Währing ist ebenfalls endlich fertig. Doch nicht überall war man so schnell: Die flächendeckende Verkehrsberuhigung in der City etwa steht noch in den Sternen. „Die Gespräche mit dem Bezirk laufen sehr gut. Die bereits geplante Umgestaltung des Petersplatzes wird für massive Verkehrsberuhigung sorgen“, betont Sima. Auch bei der E-Mobilität ging etwas weiter. So wurden etwa 1000 neue Ladestellen in Betrieb genommen. Aber da ist noch Luft nach oben.

Mit dem flächendeckenden Parkpickerl, das im März 2022 kommt, sind auch nicht alle Wiener zufrieden. Etwa weil es nur im eigenen Bezirk gelten soll. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Punkte, die in Simas Ressort (noch) gar nicht funktionieren: Der ständige Streit um den Lobautunnel und die Stadtstraße nervt nach so vielen Jahren nur noch.

Und auch der bisherige Ausbau des Radnetzwerkes ist einer selbst ernannten „Klimamusterstadt“ nicht würdig. Lediglich 8,5 Kilometer wurden binnen eines Jahres gebaut. Zum Vergleich: In Paris waren es 50 Kilometer. So wird es schwierig mit der plakatierten Klimaneutralität bis 2040. Und auch bei den Park-and-Ride-Anlagen sind wir noch mittelalterlich unterwegs.

Viktoria Graf
Viktoria Graf
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