22.09.2021 09:08 |

Golf-Klassiker

Wiesberger legt beim Ryder Cup mit „Sieg“ los

Mit einem Erfolgserlebnis ist Bernd Wiesberger in seinen ersten Ryder Cup gestartet. Der 35-Jährige, der sich im letzten Moment als erster Österreicher für den prestigeträchtigen Teamwettkampf zwischen den besten Golfern aus den USA und Europa qualifiziert hat, setzte sich am Dienstag in seiner ersten Proberunde in Whistling Straits zusammen mit Matt Fitzpatrick im Bestball gegen die Teamkollegen Ian Poulter und Paul Casey durch.

Rückschlüsse auf eine mögliche Paarung am Freitag oder Samstag lasse das aber keine zu, wurde im europäischen Team betont. „Ich sage nicht, was oder was es nicht bedeutet“, winkte Europa-Kapitän Padraig Harrington ab. „Ich habe natürlich so meine Ideen, was im Training geübt wird. Aber es ist der Job der Medien herauszufinden, was sein könnte, und nicht mein Job, es ihnen zu sagen“, ließ sich Harrington ebenso wenig in die Karten blicken wie sein US-Pendant Steve Stricker.

Europas Ryder-Cup-Team war am Montag mit dem Tour-Charter von London nach Milwaukee geflogen, der größten Stadt im US-Bundesstaat Wisconsin. 80 Kilometer nördlich davon liegt direkt am Michigan See der Platz, auf dem von Freitag bis Sonntag mit einem Jahr Verspätung bei Gastgeber USA der 43. Ryder Cup über die Bühne geht. Europas Spieler sind mit einem Weltranglisten-Durchschnitt von 30 deutliche Außenseiter gegenüber den Amerikanern (9), haben aber gleich sieben erfahrene Spieler im Team, die 2018 in Paris den Titel geholt haben.

Wiesberger und Co. würde also schon ein Remis für eine erfolgreiche Titelverteidigung reichen. Harrington hatte im Flugzeug versprochen, alles zu tun, „damit die Trophäe beim Rückflug am Montag wieder mit an Bord ist.“ Die USA führen insgesamt zwar mit 26:14, bei neun der jüngsten zwölf Auflagen seit 1995 hatte aber Europa das bessere Ende für sich.

Das Wetter machte „Whistling Straits“ in Kohler (der Ort ist nach einer Familie aus dem Bregenzer Wald benannt) bei Sheboygan alle Ehre, denn viel Wind begleitete die Spieler bei ihren ersten Übungseinheiten. Der Wind und die zunächst eher britischen Temperaturen sollen bleiben und könnten zu einem Verbündeten der Europäer werden. Denn der Platz erinnert nicht nur stark an einen britischen Links-Kurs sondern ist auch kürzer und weicher zu spielen als erwartet.

„Schwierige Witterung und exponierte Plätze sind an sich eher ein Vorteil für Europäer. Die Amerikaner sind es gewohnt, in guten und warmen Bedingungen zu spielen“, wunderte sich auch Wiesbergers mitgeflogener Bruder Niki. Whistling Straits wartet zudem mit vielen Bunkern und blinden Schlägen auf.

„Der Kurs ist definitiv anders als die amerikanischen Ryder-Cup-Plätze, auf denen in den letzten Jahren gespielt wurde. Dieser Platz hebt nicht zwingen die typischen amerikanischen Stärken hervor“, glaubt Wiesbergers Bruder. Er könne sich die „Entschärfung“ nur so erklären, als dass man damit ein attraktiveres Spiel für die Zuschauer gewährleisten wolle.

Welche Rolle Wiesberger bei seiner sporthistorischen Premiere spielen wird, ist noch offen. Als einzigem Spieler ohne US-PGA-Tourkarte trauen die US-Experten dem Burgenländer nur eine Nebenrolle zu. Der 35-jährige könnte aber genau deshalb zu einem Joker werden. Gerade im Matchplay-Format hat der Österreicher schon mehrmals stärkere Gegner geschlagen und deshalb durchaus Chancen, schon am Freitag zu einem Einsatz zu kommen.

krone Sport
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