20.09.2021 12:59 |

Kritik an FPÖ-Chef

Edtstadler: „Kickl in politischer Selbstisolation“

Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) hat am Montag heftige Kritik an der Corona-Politik von FPÖ-Chef Herbert Kickl geübt. Dieser befinde sich laut Edtstadler in „Corona-politischer Selbstisolation“: „Während Herbert Kickl die Bevölkerung mit falschen Informationen gegen die Corona-Impfung aufstachelt, lässt sich die Führungsriege der FPÖ, von Norbert Hofer bis Harald Vilimsky, insgeheim impfen“, so Edtstadler.

Das zeige, dass die FPÖ „nicht nur europaweit ziemlich alleine“ mit ihrer Haltung zur Imfung dastehe - für Edtstadler manövriert sich Kickl auch in seiner eigenen Partei „in die Isolation“. Sie wittert eine „Impf-Revolte“ innerhalb der Blauen, weil sich immer mehr freiheitliche Spitzenfunktionäre gegen Covid-19 impfen ließen.

„Sollte seine Berufswahl überdenken“
„Es ist zu hoffen, dass sich die vernünftigen Kräfte in der FPÖ durchsetzen und ihren Chef von seinem Kurs der Vitaminpräparate und Grünen Tees als Schutz vor Corona abbringen. Denn der Kampf gegen die Pandemie ist keine parteipolitische Angelegenheit, sondern fordert überparteilichen Zusammenhalt. Wer das nicht versteht, sollte seine Berufswahl überdenken“, so Edtstadler.

FPÖ-Chef stellt Freiwilligkeit in den Vordergrund
Kickl reagierte inzwischen auf die Kritik und stellte in einem Facebook-Posting klar, dass die „freiheitliche Linie“ immer die Freiwilligkeit gewesen sei: „Ich würde niemals auf die Idee kommen, irgendjemand dazu verpflichten zu wollen, sich nicht impfen zu lassen“, so der FPÖ-Chef. Wenn sich blaue Politiker impfen ließen, sei das keine „Rebellion“, sondern genau die Umsetzung dieses Gedankens.

Der Regierung warf er in diesem Zusammenhang eine „unreflektierte Impfpropaganda“ vor. Türkis-Grün versuche mit ihren Corona-Regeln, den Menschen das Recht auf eine freie Entscheidung für oder gegen die Impfung zu nehmen, indem „indem man ihnen mit dem Ausschluss aus der Gesellschaft, aus dem Berufsleben oder sogar aus dem Sozialsystem droht“.

Zahlreiche blaue Politiker geimpft
Zuvor hatte ein „Krone“-Bericht für Aufsehen gesorgt, wonach zahlreiche blaue Spitzenpolitiker gegen Covid-19 geimpft sind, unter ihnen auch der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp und alle blauen Landtagsabgeordneten im Rathaus, Partei-Urgestein Harald Vilimsky und mit ihm sämtliche freiheitliche EU-Parlamentarier, Ex-Staatssekretär Hubert Fuchs sowie Nationalratskollege Martin Graf.

Am Wochenende kündigte Kickl außerdem an, gegen die Behauptung von „Falstaff“-Herausgeber Wolfgang Rosam vorzugehen, dass der FPÖ-Chef geimpft sei. Rosam habe ihm unterstellt, „die Öffentlichkeit über meinen Impfstatus zu belügen“.

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