19.09.2021 06:00 |

„Krone“-Gastkommentar

Leistung muss sich lohnen II

Noch im Frühjahr, inmitten des dritten Lockdowns, hätte wohl niemand zu prognostizieren gewagt, dass Österreichs Arbeitsmarkt Ende August 2021 ein Rekordhoch an offenen Stellen aufweisen würde: 113.849 unbesetzte Arbeitsplätze markieren laut AMS eine Steigerung um 72 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Die Kehrseite der Medaille: Vor allem Gastronomie und Hotellerie klagen über einen massiven Mangel an qualifiziertem Personal und suchen verzweifelt nach motivierten Mitarbeitern, die nicht bereits nach wenigen Wochen wieder die Kochschürze oder das Gäste-Handtuch werfen. In der Zeitarbeit sind derzeit 27.500 Stellen ausgeschrieben, im Handel nach wie vor 18.200. Angesichts von 286.277 Arbeitslosen drängt sich langsam der Verdacht auf, dass nicht alle, die einer regelmäßigen Erwerbstätigkeit nachgehen könnten, auch immer einen offiziellen Job antreten wollen.

De facto braucht es eine schonungslose Diskussion über die Entlohnung von Leistung: Auf der einen Seite werden Supermarkt-Kassiererinnen mit rund 1500 Euro brutto, Reinigungskräfte in Vollzeit im Schnitt mit 1680 Euro brutto abgespeist. Auf der anderen Seite erhalten Arbeitslose auch nach 5 Jahren noch 51 Prozent ihres Letztbezugs und dürfen monatlich 475 Euro steuerfrei dazuverdienen. Dazu kommt die Befreiung von der Rundfunk- und der Rezeptgebühr.

Mit dem Brutto-Netto-Rechner der Arbeiterkammer kann sich jeder ausrechnen, wie gerecht dieses System ist.

Christian Baha, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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