17.09.2021 16:52 |

Armut, Asylwelle etc.

Österreicher: 99% rechnen mit Bedrohungssituation

Eineinhalb Jahre Corona-Pandemie hinterlassen bei den Österreichern immer tiefere Spuren. Die Zukunft wird wenig optimistisch gesehen. So halten laut einer aktuellen Umfrage gleich 99 Prozent eine Bedrohungssituation in nächster Zeit für wahrscheinlich. Drei Viertel haben sogar bereits Vorkehrungen für einen Ausnahmezustand betroffen.

Die Befragten - die Umfrage führte MAKAM Research durch - hielten drei Bedrohungssituationen am wahrscheinlichsten: ein Anstieg an Armut, eine weitere große Flüchtlingswelle sowie eine starke Zunahme der Inflation. Am wahrscheinlichsten wird in naher Zukunft eine Zunahme von Armut angesehen, acht von zehn Österreichern erachten dies als „zumindest wahrscheinlich“.

Sorgen: erneute Flüchtlingswelle, steigende Armut, hohe Inflation
79 Prozent rechneten mit einer erneuten Flüchtlingswelle und sieben von zehn von Befragten erwarteten eine hohe Inflation mit einer damit verbundenen starken Preiserhöhung, die als Beschleuniger eines Anstiegs an Armut fungieren kann. Eine steigende Armut sowie eine Beschleunigung der Geldentwertung wurde von Personen, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind, häufiger als Bedrohungssituation wahrgenommen als von Geimpften.

Unwetterkatastrophen befürchteten knapp sieben von zehn der Befragten. Die Wahrscheinlichkeit für ein Auftreten von Hochwasser, Wirbelstürmen oder anderen umweltbedingten Notlagen wurde wiederum von Covid-19-Geimpften höher eingeschätzt als von Ungeimpften.

69% halten neuerliche Pandemie für wahrscheinlich
Das Auftreten einer neuerlichen Pandemie halten 69 Prozent der Österreicher für zumindest wahrscheinlich. Auch hier zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen bereits gegen Covid-19 Geimpften und Ungeimpften. Drei Viertel der Geimpften befürchteten eine neuerliche Pandemie, jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der Ungeimpften.

Cyberangriffe, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise
Aber auch sonst ist die Stimmung nicht unbedingt rosig: Zwei Drittel der Befragten hielten einen Cyberangriff auf kritische Infrastrukturen in nächster Zukunft als zumindest wahrscheinlich, 64 Prozent einen Anstieg an Arbeitslosigkeit und 57 Prozent befürchteten eine nationale Wirtschaftskrise. Das Eintreten einer wirtschaftlichen Rezession wird in der Altersgruppe der unter 40-Jährigen deutlich häufiger befürchtet als bei Personen ab 60 Jahren. Auch in der Gruppe der nicht gegen Covid-19 Geimpften wurde eine mögliche Wirtschaftskrise häufiger als wahrscheinlich befürchtet.

Nationale Unruhen befürchtet knapp die Hälfte der Bevölkerung, 30 Prozent äußerten bei der Umfrage die Besorgnis, dass diese zu Ausnahmezuständen führen. Diese Sorgen sind wiederum in der Gruppe der nicht gegen COVID-19 Geimpften signifikant höher als bei anderen.

An Zusammenbruch des Gesundheitssystems glauben nur 22 Prozent
Als am wenigsten wahrscheinlich erachten die Österreicher - neben dem Auftreten von Erdbeben - Lieferengpässe bei Gütern des täglichen Bedarfs (37 Prozent) und einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems (22 Prozent).

Sechs von zehn Österreicher haben Nahrungsmittel für 10 Tage gelagert
Drei von vier der Befragten trafen bereits Vorkehrungen für mögliche Bedrohungssituationen. Knapp sechs von zehn haben Nahrungsmittel für zumindest zehn Tage zu Hause gelagert und etwa gleich viele stromunabhängige Lichtquellen, jedoch nur ein Drittel hat ausreichend Trinkwasser zur Überbrückung eines zehntägigen Versorgungsausfalls zu Hause.

Die Ergebnisse resultieren laut MAKAM aus einer Online-Befragung von 523 Österreichern in der Altersgruppe zwischen 20 und 80 Jahren. Der Befragungszeit war September 2021.

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