10.09.2021 15:08 |

Prozess ferngeblieben

Fahndung nach falscher Schönheitschirurgin

In der Ordination einer Schönheitschirurgin von eigenen Gnaden muss viel los gewesen sein. Die Frau spritzte am Fließband Lippen und Wangen auf - ohne jede medizinische Ausbildung. „Es hat richtig geboomt“, berichtet eine Helferin, die auch behandelte, wenn die Chefin nicht da war. Sie ist gelernte Schuhverkäuferin. Dem Prozess wegen Kurpfuscherei blieb die Pseudo-Ärztin fern, was ihre Anwälte Philipp Wolm und Elmar Kresbach bedauernd zur Kenntnis nahmen. Sie wird jetzt per Haftbefehl gesucht.

Wie ihre mitangeklagte Assistentin erzählt, wollte die Frau unbedingt ins lukrative Geschäft mit der Schönheit einsteigen. Auf Instagram warb sie für Hyaluron- oder Botox-Behandlungen, pries die „Russian-Lips-Technik“ an. Kostenpunkt: 250 Euro.

„Ordination“ in zwei Wohnungen
In zwei Wohnungen in Wien „ordinierte“ die Frau. Die spätere Assistentin lernte die falsche Ärztin kennen, weil sie ihre Mutter zu einer Behandlung begleitete. Und weil die „Frau Doktor“ mit der alten Helferin unzufrieden war, wurde flugs die Schuhverkäuferin engagiert. Ihr Aufgabengebiet: Boden aufwischen, aber auch Vorbereitung der Botox-Behandlungen. Und weil sich die Schuhverkäuferin geschickt anstellte, empfahl die Chefin ihr, Injektionen zu Hause zu üben - an Hühnerbrüsten als Testobjekten.

Tatsächlich führte die Assistentin einmal eine Behandlung durch, was Verletzungen für die Patientin zur Folge hatte. Auch die Chefin schädigte eine der Frauen. Bei dem Opfer bildeten sich Narben, was zu groben Verunstaltungen führte. Laut Gutachten sind sämtliche Behandlungen nicht nach medizinischen Vorschriften durchgeführt worden.

Ein dritter Angeklagter (Anwalt: Michael Dohr) soll für die falsche Ärztin einen Ex-Liebhaber erpresst haben. Mit Spannung wird erwartet, was die Frau nach ihrer Festnahme zu allem zu sagen hat.

Peter Grotter
Peter Grotter
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