07.03.2011 08:53 |

Konkrete Pläne

US-Armee steht offenbar kurz vor Libyen-Einsatz

Die US-Streitkräfte bereiten sich offenbar auf einen Militäreinsatz in Libyen vor. Wie die "New York Times" unter Berufung auf ranghohe Regierungsmitarbeiter berichtete, sollen Einheiten der Marines die Aufständischen unterstützen. Auch ein Einsatz der Luftwaffe werde vorbereitet, ebenso wie ein Angriff mit Schiffen.

Dem Bericht zufolge sind bereits die beiden Angriffsschiffe "Ponce" und "Kearsage" (im Bild mit dem Flugzeugträger "USS Lewis and Clarke", der ebenfalls mit den beiden Schiffen ausgelaufen ist) in Reichweite vor Tripolis gegangen. An Bord der beiden Schiffe befinden sich See-, Luft- und Landstreitkräfte des 26. Marineexpeditionskorps, die fähig sind, über Hunderte von Kilometern zu agieren.

Eine Option sei demnach, Sondereinsatztruppen einzuschleusen, um die Aufständischen gegen das Regime von Machthaber Muammar al-Gadafi zu unterstützen. Diese speziell ausgebildeten Einheiten könnten die Kampfkraft der Aufständischen praktisch über Nacht verbessern, schrieb die Zeitung. Diese Taktik sei auch in Afghanistan zum Sturz der Taliban 2001 eingesetzt worden.

Waffenlieferungen an Aufständische?
Schließlich sei es auch möglich, die schlecht ausgerüsteten Aufständischen mit Waffenlieferungen zu unterstützen, hieß es in dem Bericht. In den USA steigt der Druck auf Präsident Barack Obama, Waffenlieferungen zuzulassen. "Ich nehme an, dass eine Menge Waffen in den nächsten Wochen ihren Weg auf die eine oder andere Weise dorthin finden wird", sagte der Vorsitzende des Außenausschusses des US-Senats, John Kerry. Ein direkter Militäreinsatz sei das Letzte, was gewollt sei, doch wäre die Einrichtung einer Flugverbotszone durchaus möglich, sagte Kerry weiter.

Auch der Ex-Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, sprach sich dafür aus, die Aufständischen "heimlich" mit Waffen zu versorgen und eine Flugverbotszone einzurichten. Stephen Hadley, der frühere Sicherheitsberater von Obamas Vorgänger George W. Bush, drängt ebenfalls auf Waffenlieferungen nach Libyen. "Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Rebellen Waffen in die Hände zu geben, wenn wir ihnen Flugabwehrsysteme geben können, sodass sie selbst eine Flugverbotszone über ihrem Gebiet durchsetzen können, wäre das hilfreich", sagte Hadley auf CNN.

Doch es gibt bezüglich der Einrichtung einer von den Aufständischen geforderten Flugverbotszone auch skeptische Stimmen in der US-Regierung. Nach Verteidigungsminister Robert Gates äußerte sich am Sonntag auch der neue Stabschef im Weißen Haus, Bill Daley, zurückhaltend. "Viele Leute reden über eine Flugverbotszone, als wäre es ein Videospiel oder so etwas", sagte er dem US-Sender NBC. "Wer darüber auf diese Weise redet, hat keine Ahnung, wovon er spricht." Die libyschen Aufständischen hatten gesagt, eine Flugverbotszone sei "überfällig", um Zivilisten vor den Bomben des Diktator zu schützen.

UNO und EU schicken Erkundungsteams
Unterdessen schicken die UNO und EU Erkundungsteams nach Libyen. Der libysche Außenminister Musa Kusa habe in einem Telefonat mit UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon der sofortigen Entsendung eines UNO-Teams nach Tripolis zugestimmt, teilte ein UNO-Sprecher mit. Auch ein Team der EU ist nach Mitteilung der Außenbeauftragten Catherine Ashton bereits auf dem Weg.

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