20.08.2021 06:00 |

Um 2,6 Millionen Euro

240 leistbare Wohnungen für rund 600 Obdachlose

„zuhause ankommen“ heißt ein neues Projekt gegen Obdachlosigkeit. Bis Ende April 2022 sollen 600 Betroffenen 240 Wohnungen vermittelt werden. Die Kosten - 2,6 Millionen Euro - übernimmt das Sozialministerium.

Obdachlosigkeit kann jeden treffen. Vor Ausbruch der Pandemie hatten 22.000 Menschen laut offiziellen Zahlen keine feste Bleibe, hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer. Auch infolge der Corona-Krise haben Menschen ihre Wohnung verloren oder sind von Obdachlosigkeit bedroht.Experten befürchten nach der Pandemie außerdem eine Delogierungswelle und als weitere Folge einen Anstieg von Obdach- und Wohnungslosigkeit.

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"Obdach- und Wohnungslosigkeit zählen zu den allerschlimmsten Formen von Armut. Gerade im Hinblick auf die Folgen der Pandemie ist es wichtig, hier konsequent gegenzusteuern."

Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne)

Nun will das Sozialministerium gegensteuern und Betroffenen helfen. Und zwar mit dem neuen Projekt „zuhause ankommen“ - einer Initiative der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) und dem Sozialministerium. 240 leistbare Wohnungen sollen bis Ende April 2022 an 600 Personen vergeben werden, die durch die Corona-Krise in Wohnungsnot geraten sind. Die Kosten für das Projekt, die zur Gänze vom Ministerium übernommen werden, belaufen sich auf 2,6 Millionen Euro.

Eine der „schlimmsten Formen von Armut“
„Obdach- und Wohnungslosigkeit zählen zu den allerschlimmsten Formen von Armut“, sagt Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Zum neuen Projekt meint er außerdem: „Und das sind genau jene Ergebnisse von oft langwierigen und mühseligen politischen Prozessen, für die ich gerne im zweiten Bildungsweg oder im zweiten Arbeitsweg Politiker geworden bin.“

Obdachlosigkeit betrifft sehr viele Menschen
Wer von Obdachlosigkeit betroffen ist? „Das sind Mütter mit Kindern, die aufgrund von Gewalt in der Familie von einem Tag auf den anderen ausziehen. Das sind Menschen, die in eine Depression rutschen. Das sind Menschen, die ihre Rechnungen nicht mehr öffnen und delogiert werden“, erklärt BAWO-Obfrau und neunerhaus-Geschäftsführerin Elisabeth Hammer.

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"Wohnen ist ein zentrales Grundbedürfnis, das gerade in Krisenzeiten an Bedeutung gewinnt. Obdachlosigkeit kommt häufiger vor, als wir glauben. Das Problem ist umfassender, als wir hoffen."

BAWO-Obfrau und neunerhaus-Chefin Elisabeth Hammer

Die Initiative basiere auf dem international und auch hierzulande erfolgreichen „Housing-First-Ansatz“. Damit ist gemeint, dass obdachlose Menschen einen Zugang zu einer leistbaren Wohnung mit eigenem Mietvertrag erhalten und - sofern gewünscht - durch Sozialarbeit unterstützt werden. Das aktuelle Projekt läuft in fünf Bundesländern, nämlich Wien, Kärnten, Burgenland, Oberösterreich und Niederösterreich.

Sandra Schieder
Sandra Schieder
Silvia Schober
Silvia Schober
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