Angst vor Revolte?
König überschüttet Saudis mit Sozial-Geschenken
Außerdem ließ Abdullah kurz vor seiner Ankunft in Riad mehrere Maßnahmen gegen die Wohnraumknappheit bekannt geben. Schuldnern sollen zudem einige Raten erlassen werden. Die Staatsdiener sollen alle eine Zulage in Höhe von 15 Prozent erhalten.
Offiziell sind in Saudi-Arabien zehn Prozent der Bürger erfolglos auf Arbeitssuche. Inoffiziell spricht man von einer Arbeitslosenquote von rund 20 Prozent. Betroffen ist vor allem die Jugend. Es ist das erste Mal in der Geschichte des islamischen Königreichs, dass Arbeitslosenhilfe gezahlt wird.
Herrscher haben Angst vor Revolte
Unabhängige Beobachter sehen allerdings einen Zusammenhang zwischen den nun angekündigten staatlichen Leistungen und den Aufständen, die in den vergangenen Wochen schon zwei arabische Staatschefs hinweggefegt haben und die nun auch den libyschen Machthaber Muammar al-Gadafi - einen Intimfeind des saudischen Königs - bedrohen.
Im sozialen Netzwerk Facebook kursieren seit einigen Tagen Aufrufe zu Demonstrationen in Saudi-Arabien. In dem Königreich sind Kundgebungen und Parteien verboten. Dennoch hatten Islamisten vor wenigen Wochen eine Partei gegründet.
Demonstrationen bereits im August
Im vergangenen August hatten rund 200 Lehrer in Riad demonstriert, weil sie arbeitslos sind. Die Polizei hatte sie damals vertrieben. Vor einigen Tagen hatte es in der östlichen Öl-Region, wo vor allem Angehörige der schiitischen Minderheit leben, Proteste gegen die Diskriminierung der Schiiten durch die Behörden gegeben.
Der greise König, der bei den meisten Oppositionellen des Landes beliebter ist als viele andere Mitglieder der Herrscherfamilie Ibn Saud, wurde mit einem Aufzug sitzend aus dem Flugzeug transportiert. Der Empfang für ihn, an dem neben Prinzen auch Studenten teilnahmen, wurde im staatlichen Fernsehen übertragen.












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