Fehlentscheidung?

VAR-Ärger, aber „beste Saisonleistung der Austria“

Nach der Schmach auf internationaler Ebene hat die Austria zumindest einen Punkt für die Moral erkämpft. Lange sah es an einem verregneten Sonntagnachmittag nach dem nächsten Rückschlag für die Wiener aus, ehe Marco Djuricins Treffer wenigstens das 1:1 gegen die WSG Tirol sicherstellte. Trainer Manfred Schmid sah nach Seitenwechsel die beste Saisonleistung der Austria. Der VAR war freilich auch in Wien-Favoriten nach der Partie in aller Munde.

Weniger die nachvollziehbare Elfer-Entscheidung von Schiedsrichter Alan Kijas zur Führung der Tiroler war Thema, sondern ein als Foul des Austrianers geahndeter Zweikampf zwischen Manfred Fischer und WSG-Torhüter Ferdinand Oswald in der 40. Minute. Schmid sprach von einer Fehlentscheidung. Sein Gegenüber Thomas Silberberger hielt dagegen, dass Oswald zur Pause nicht ohne Grund ausgetauscht werden musste. Der Torhüter erlitt eine Verletzung am Knöchel. „Der Fuß ist tiefblau“, berichtete Silberberger.

Fischer hätte bei der Szene gegen den herausgeeilten Oswald eine gute Chance auf die Führung gehabt. Schmid führte seine Erfahrungen in der deutschen Bundesliga als Maßstab an. Er würde erwarten, dass die Aktion fertiggespielt wird. Danach könne der VAR noch immer eingreifen. Der ehemalige Co-Trainer von Peter Stöger bei Köln und Borussia Dortmund zeigte aber Verständnis: „Es war auch in Deutschland so, dass es nicht ganz klar war im ersten Jahr wann gepfiffen wird, wie schaut es aus. Man muss den Schiedsrichtern einfach Zeit geben.“

Silberberger sah ganz andere Probleme. „Es stört mich, dass die Spieler permanent intervenieren müssen“, sagte der Tiroler, der dabei auch seine Schützlinge meinte. Auch sein Fazit nach zwei Runden lautete: „Geben wir dem Ganzen Zeit.“ Als Profiteur des VAR am Sonntag ärgerten die Wattener viel mehr die Eigenfehler. Djuricins Tor (80.) ging ein Missverständnis zwischen Raffael Behounek und Oswalds Ersatzmann Benjamin Ozegovic voraus.

„Vernüftiger Auftakt“
Silberberger ortete insgesamt noch viel Arbeit. „Wir sind alle miteinander ausbaufähig“, meinte er. Auch Giacomo Vrioni blieb bis auf sein Elfertor (45.+3) blass. „Ich habe ihn in der Vorbereitung schon besser gesehen“, so der WSG-Coach. Ein Punkt gegen die Admira nach einem späten Gegentor, einer gegen die Austria: Der Saisonauftakt war für Wattens „vernünftig“, wie Silberberger anmerkte. Nächste Woche gastiert der LASK in Innsbruck.

Für die Austria werden kommenden Sonntag die Trauben noch höher hängen. Man gastiert in Salzburg, dem 7:1-Sieger der vergangenen Runde. Die Leistung gegen die WSG darf der Austria zumindest ein wenig Hoffnung geben. Schmid sah im Gegensatz zum müden Kick auf Island einen leidenschaftlichen Auftritt. „Wir sind als Mannschaft aufgetreten, das war gegen Breidablik nicht der Fall“, sagte er. Intern werde man weiter die Ruhe bewahren, kündigte der 50-Jährige außerdem an: „Ich habe nicht erwartet, dass alles einfach wird.“

Dass Djuricin die Partie auf der Bank begonnen hatte, warf Fragen auf. Schmid wollte sie beantworten. Der Angreifer habe aufgrund einer Zehenverletzung die halbe Vorbereitung gefehlt, berichtete er. Djuricin sei keinesfalls als „Sündenbock“ ausgemacht worden. Der Torschütze selbst erklärte auf seine Joker-Rolle angesprochen: „Absolut verdient, nach den Leistungen, die ich gebracht habe.“ Dass er sich nicht scheut, der Jugend eine Chance zu geben, bewies Schmid mit der Hereinnahme von Leonardo Ivkic. Der 18-Jährige absolvierte bei seinem Bundesliga-Debüt erst sein viertes Spiel im Erwachsenenfußball. Zuvor war er dreimal bei den Young Violets in der 2. Liga eingelaufen.

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