01.08.2021 16:32 |

Delta im Vormarsch

Großer Infektionsherd: Lockdown in Teilen Chinas

Angesichts des größten Corona-Ausbruchs seit Monaten haben die Behörden in China neue drastische Lockdown-Maßnahmen verhängt. Davon waren am Wochenende landesweit mehrere Millionen Menschen betroffen. Die nationale Gesundheitskommission in Peking führt den Anstieg der Infektionsfälle auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zurück. Am Sonntag meldeten die Behörden landesweit 75 neue Fälle.

Neue Corona-Fälle wurden am Sonntag unter anderem aus der Hauptstadt Peking, wo es drei Neuinfektionen gab, und der bei Touristen beliebten Insel Hainan im Süden Chinas gemeldet. Auch die Provinzen Ningxia und Shandong verzeichneten neuen Ansteckungen.

Reinigungskräfte am Flughafen positiv getestet
Der neue Ausbruch geht nach Einschätzung der chinesischen Gesundheitsbehörden auf einen Infektionsherd in der ostchinesischen Metropole Nanjing zurück, wo Einschränkungen für Hunderttausende Menschen gelten. Dort waren vor knapp zwei Wochen neun Reinigungskräfte am internationalen Flughafen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seither weitete sich der Ausbruch auf 20 weitere Großstädte in mehr als einem Dutzend Provinzen aus.

Die hohe Ansteckungsfähigkeit der Delta-Variante in Kombination mit der Urlaubszeit und einem hohen Passagieraufkommen am Flughafen habe zu der schnellen Ausbreitung geführt, sagte am Samstag He Qinghua von der Nationalen Gesundheitskommission.

Ausgangssperre in der Provinz Hunan
Besonders betroffen ist neben Nanjing die Touristenstadt Zhangjiajie in der Provinz Hunan. Dort gilt seit Freitag eine Ausgangssperre für alle 1,5 Millionen Einwohner. Sämtliche Sehenswürdigkeiten wurden geschlossen. Zhangjiajie ist berühmt für seine Felsformationen, vor denen Teile des Erfolgsfilms „Avatar“ gedreht wurden. Die Behörden versuchten nach dem Auftreten neuer Infektionsfälle zudem, rund 5000 Besucher aufzuspüren, die aus dem ganzen Land zu einem Theaterfestival nach Zhangjiajie gereist waren.

Touristen dürfen nicht nach Peking reisen
Peking stellte alle Bahn-, Bus- und Flugverbindungen mit den betroffenen Gebieten vorübergehend ein. Auch Touristen dürfen nicht mehr in die chinesische Hauptstadt einreisen. Zugelassen sind nur noch „unbedingt notwendige“ Reisen bei Vorlage eines negativen Testergebnisses.

Regierung verfolgt Null-Covid-Strategie
Die chinesische Regierung verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie: Treten in einer Stadt oder Provinz kleine Cluster auf, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet.

1,65 Milliarden Impfdosen verteilt
Insgesamt wurden in China im Juli 328 symptomatische Corona-Infektionen registriert - fast genauso viele wie im gesamten Zeitraum von Februar bis Juni. Der Sprecher der Nationalen Gesundheitskommission, Mi Feng, sagte am Samstag, die hochansteckende Delta-Variante erschwere die „Prävention und Kontrolle“ im Kampf gegen das Coronavirus. Bis Samstag wurden in China nach Angaben der Gesundheitskommission mehr als 1,65 Milliarden Impfdosen verteilt. Wie viele Menschen inzwischen komplett geimpft sind, teilte die Kommission nicht mit.

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