„Anfang der 70er-Jahre hat der damalige Landeshauptmann Hans Sima gemeint, die Zeit sei reif für eine Lösung der Ortstafelfrage“, erinnert sich Androsch, damals in der Regierung von Bruno Kreisky Finanzminister. „Simas Stellvertreter Erwin Frühbauer hat Kreisky aber gewarnt. Doch dieser wollte das Problem erledigt haben und ist in die Falle getappt. Das Ergebnis waren Demonstrationen und der Ortstafelsturm.“
1976 gab es dann doch das Volksgruppengesetz inklusive Topografieverordnung, die mit einer Prozentklausel von 25 Prozent für 91 Ortschaften zweisprachige Tafeln vorsah. Kreiskys Bemerkung, damit sei „der Artikel 7 des Staatsvertrags voll, und zwar sowohl seinem Wortlaut als auch seinem Geiste nach“, erfüllt, wird seither nicht nur von Landeschef Gerhard Dörfler gern zitiert.
Streit solle beendet werden
„Bei allem Verständnis für kollektive historische Befindlichkeiten nach den beiden Weltkriegen, ist es jetzt wirklich an der Zeit, diesen Streit zu beenden“, meint Androsch. „In Friaul oder Südtirol sind zweisprachige Tafeln kein Thema.“
Die jetzt vorliegenden Forderungen der Slowenen nach 273 Ortstafeln und zweisprachigen Bezeichnungen für Haus-, Flur- und Bergnamen sieht Androsch als „Querschüsse“, von denen sich Dörfler und Staatssekretär Josef Ostermayer nicht von ihrem besonnenen Weg abbringen lassen sollen: „Alles spricht dafür, dass es 2012 zu einer Bereinigung der Frage kommt.“
Die Slowenenvertreter berufen sich bei den zweisprachigen Berg- und Flurnamen auf Südtirol: Dort finden sich die Doppelnamen jedoch nur auf Wegweisern und auch das nicht immer.
von Waltraud Dengel, Kärntner Krone









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