Bei der Razzia auf dem Anwesen in Bleiburg ließen die Ermittler keinen Stein auf dem anderen. Jetzt liegt das Gutachten der Sprengmittel-Sachverständigen vor: Gefunden wurden jede Menge Handgranaten, Pistolen (tschechischen und jugoslawischen Fabrikats), Munition, Schrotflinten mit abgesägtem Lauf und Sprengpulver sowie Kabel und Sprengzünder.
Dem Besitzer des Anwesens (für ihn gilt die Unschuldsvermutung), auf dem das ganze Arsenal gefunden wurde, droht jetzt eine Anklage wegen widerrechtlichen Besitzes von Waffen und Kriegsmaterial. Ob auch eine Gefährdung durch Sprengmittel und eine Ansammlung von Kampfmitteln vorliegen, ist unklar.
Die Justiz ist am Zug. Und die Staatsanwaltschaft scheint die Ermittlungen nun auszuweiten: „Das Gutachten ist fertig. Die Vernehmung von weiteren Personen ist aber noch ausständig“, weiß Sprecherin Gabriele Lutschounig. Es wird gerätselt, wer nach dem Bombenfund noch ins Visier der Justiz geraten ist.
Selbes Fabrikat wie bei Anschlägen in Kärnten
Erhärtet haben dürfte sich mit dem Gutachten der Verdacht, den die Ermittler bereits kurz nach dem Waffenfund gehegt hatten. Nämlich, dass der Sprengstoff mehr als 20 Jahre lang gelagert worden ist. Und, dass es sich dabei um Donarit handelt. Jenes Fabrikat, das bei den Anschlägen in Kärnten verwendet worden war.
„Es bestehe kein Zweifel daran, dass die gefundenen Waffen von dem verstorbenen Sprengmeister stammen,“ heißt es. Der Bleiburger wird verdächtigt, an zumindest einem der Anschläge in den Siebzigerjahren beteiligt gewesen zu sein.
Das Donarit war so stark korrodiert, dass es in einer nahen Schottergrube gezündet werden musste.
von Thomas Leitner, Kärntner Krone









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