12.07.2021 14:00 |

Verhandlungs-Poker

1-2-3-Ticket: Ostregion will alle Stufen zugleich

Der für das österreichweite 1-2-3-Ticket für die Öffis noch ausstehende Verkehrsverbund Ostregion (VOR) - für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland zuständig - hat sich für eine gleichzeitige Einführung der Regionalvarianten mit dem Österreichticket ausgesprochen. In der Ostregion habe man 60 Prozent des öffentlichen Verkehrs, legte man im Verhandlungs-Poker sein Gewicht in die Waagschale. Zudem sollten Niederösterreich und das Burgenland als eine Region gelten, forderte der VOR.

VOR-Geschäftsführerin Karin Zipperer argumentierte am Montag im Ö1-„Mittagsjournal“, dass „die Menschen vor allem das ,1er-‘ - das Regionalticket - wollen“, sie begründete dies mit der Nachfrage von Berufspendlern, die entweder das „1er-“ oder das „2er-Ticket“ wünschten. Der burgenländische Verkehrslandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) äußerte zudem gegenüber Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) den Wunsch, Niederösterreich und das Burgenland zu einer Region zusammenzufassen, damit die vom Burgenland zum Arbeitsplatz nach Wien pendelnden Menschen nicht benachteiligt würden, die sonst ja für drei Bundesländer zu zahlen hätten.

NÖ will mehr Geld
Die Pläne zum 1-2-3-Ticket halten inzwischen bei sechs Bundesländern, die einen „Umsetzungsvertrag“ unterzeichnet haben. Somit fehlen nur noch die drei VOR-Regionen. Die 100 Millionen Euro jährlich, die vom Bund für das Ticketmodell für die Mitfinanzierung der regionalen Teile zur Verfügung gestellt wurden, kritisierte indes Niederösterreichs Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) im „Mittagsjournal“ als zu gering. Man brauche ein Vielfaches davon, so Schleritzko, damit man nicht in einigen Jahren auf der Finanzierung „sitzen bleibt“.

Sowohl der niederösterreichische Mobilitätslandesrat wie auch VOR-Geschäftsführerin Zipperer hielten Gewessler vor, dass diese mit der Ostregion als größtem Partner des 1-2-3-Projekts zuletzt Verhandlungen aufgenommen habe. Die Verkehrsministerin wies diese Vorwürfe im „Mittagsjournal“ zurück. „Wir haben mit allen Verbünden von Anfang an das Gespräch gesucht“, und es habe eine Reihe von Terminen gegeben. Gegenüber der Forderung, alle Varianten von 1-2-3 gleichzeitig einzuführen, hob Gewessler die drei Stufen des Tickets hervor, die bis zum Ende der Legislaturperiode abgeschlossen sein sollen.

Gewessler: Zusammenlegung mit Burgenland „eine sehr gute Basis“
„Je schneller die Bundesländer fertig sind, umso besser für das Gesamtprojekt“, so Gewessler. Das Österreichticket, also die bundesweite Stufe 3, soll nach den Plänen der Ministerin noch dieses Jahr starten, der Bund übernehme hier zu 100 Prozent die Ausfälle bei den Einnahmen. Zu den 100 Millionen für die Regionaltickets sagte sie, dass man bei den sechs Ländern schon gute Lösungen gefunden habe, das hoffe sie auch für den VOR. Die vorgeschlagene Zusammenlegung von Niederösterreich und Burgenland zu einer Region nannte Gewessler „eine sehr gute Basis“.

Wird das 1-2-3-Ticket in der geplanten Form umgesetzt, dann kann man mit einem Jahresticket zum Preis von 1095 Euro im ganzen Land mit allen Öffis fahren. Weiters soll dann um einen Euro pro Tag in einem Bundesland bzw. um zwei Euro pro Tag in einem und im Nachbarbundesland gefahren werden können.

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