Geniale Finte oder schlichter Regelverstoß? Die sogenannte Zusatzmauer der dänischen Nationalmannschaft beim Traum-Führungstreffer im EM-Halbfinale gegen England sorgt für Diskussionen. Hätte das Tor nicht zählen dürfen. Das wär‘s der zweite große Aufreger nach dem Siegtor der Engländer, das womöglich ebenfalls irregulär war.
Drei Dänen hatten sich vor dem Freistoß in unmittelbarer Nähe zur Mauer der Engländer zur besagten Zusatzmauer formiert. Ziel: England-Goalie das Leben schwer zu machen und dessen Sichtverhältnisse zu verschlechtern. Wenige Augenblicke, bevor Damsgaard tatsächlich schoss, bewegte sich die dänische Mauer noch, rutschte gleichsam Richtung englischer Mauer, Pickfords Sicht war dadurch noch mehr verstellt. Und das regt in diversen Medien auf. Denn das FIFA-Regular besagt: „Wo sich drei oder mehr verteidigende Spieler eines Teams zu einer ‘Mauer‘ formieren, müssen alle Spieler des angreifenden Teams zumindest einen Meter von der gegnerischen Mauer entfernt sein, bis der Ball gespielt ist.“ Und das dürfte nach Ansicht sämtlicher vorliegender Bilder nicht der Fall gewesen sein. Als Damsgaard abzog, “klebte" die dänische Mauer regelrecht an der englischen.
Für den Spielausgang ist‘s letztlich egal - für die Diskussion um die Regelauslegung weniger. Immerhin: Es ist der zumindest dritte regeltechnische Aufreger in diesem Spiel - nach der Frage, ob der Elfer, der zu Englands 2:1 erst führte, zu geben war, und jener, ob das Spiel nicht vorher unterbrochen hätte werden müssen, weil ein zweiter Ball am Spielfeld war. „Damit wir etwas zum Streiten haben“, wie Politologe Peter Filzmaier nach dem Spiel im „Krone“-EM-Studio meinte.
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