Heftige Debatte

Sind Kärntens Gemeinden wirklich lebensfähig?

Kärnten
09.02.2011 19:30
Es ist eine Diskussion, die nicht geführt werden soll, weil sie scheinbar niemand will: Nämlich ob Kärntens 132 Gemeinden wirklich groß genug sind, um wirtschaftlich lebensfähig zu sein. Oder ob es nicht doch mittel- oder langfristig gescheiter wäre, zumindest einige zusammenzulegen.

Zunächst zu den Fakten: "Kärnten hat seine Hausaufgaben gemacht", tönt der Gemeindebund und verweist auf "Restösterreich". Im Vergleich schauen wir tatsächlich gut aus: Die Durchschnittsgemeinde der Republik zählt 2.834 "Köpfe", in Kärnten sind es 4.237. Das bevölkerungsschwache Burgenland hat 171 Gemeinden und sogar eine "Marktgemeinde" mit nur 445 Einwohnern. Da beheimatet sogar Kärntens Zwerg Ossiach deutlich mehr: 743! Und die kleinste Gemeinde Österreichs liegt auch nicht bei uns; es ist Gramais in Tirol mit gar nur 61 Einwohnern.

Auf der anderen Seite müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass mit Stand 2010 fast jede zweite Kärntner Kommune, exakt 64 an der Zahl, finanzmarod ist und Zuschüsse braucht. Vielerorts können nicht einmal mehr die Nebenstraßen geflickt werden. Und das, obwohl nach wie vor heftig "querfinanziert" wird und Steuern nicht dort eingesetzt werden, wo sie hingehörten. Die Fremdenverkehrsabgabe etwa. Mit diesem Geld werden nicht nur Infrastrukturmaßnahmen berappt, um den Tourismus anzukurbeln. Es dient auch zum Stopfen von Löchern.

Und noch etwas muss überlegt werden: Hand aufs Herz, wie oft bemühen wir Gemeindebewohner noch unsere Verwaltung vor Ort? So oft wie das Postamt? Freilich wäre es schön, wenn alle Gemeinden Kärntens überleben könnten. Doch falls nicht, sollte man zumindest diskutieren dürfen.

"Kärntner Krone"

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